Ein Koffermarkt. Was ist das denn? Werden dort an Reiselustige Koffer verkauft? Weit gefehlt, an einer solchen Veranstaltung sind zwar Koffer zu sehen. An den Mann oder in diesem Fall eher an die Frau wird jedoch nur der Inhalt gebracht – handgemachte Artikel von den «Marktfrauen».Der Koffer dient als Verkaufsfläche und Deko. Am 28. Februar ist der erste Koffermarkt der Region im Berikerhus in Berikon angesagt.

Neuer Trend kommt ins Freiamt

Die «Pionierinnen», die den jungen Trend ins Freiamt bringen, heissen Stephanie Scandella und Jeannine Schuhmacher. Angesteckt von dem Hype wurden sie beim allerersten Koffermarkt in der Schweiz, vor rund 2 Jahren in Zürich. Schon damals waren Scandella und Schuhmacher begeistert von der Idee, aus dem Koffer selbst angefertigte Waren zu verkaufen.

Mittlerweile gebe es in der Schweiz einen richtigen Koffermärkteboom, erklären sie. Im letzten Jahr fanden in der ganzen Schweiz ungefähr 100 dieser Veranstaltungen statt. Beide besuchten einige davon. Das brachte sie auf die Idee, einen eigenen Koffermarkt nach ihren Vorstellungen zu organisieren.

«In Berikon möchten wir den Trend in die Region bringen und so hier unser eigenes ‹Imperium› aufbauen», sagt Scandella, Mutter und Hausfrau. «Berikon liegt ideal, es ist nahe bei Zürich und vom Limmattal sowie auch vom Reusstal aus schnell zu erreichen», fügt Schuhmacher hinzu. In Bremgarten will das Duo bald eine weitere solche Veranstaltung organisieren.

Die rund 100 teilnehmenden Aussteller wurden von den beiden Organisatorinnen aus über 150 Anmeldungen ausgesucht. Am Markt in Berikon werden die verschiedensten Artikel angeboten – Nähsachen, Schmuck, Etagèren, Glas, Beton, Kerzen und Postkarten.

In der Schweiz seien die Märkte eine Frauendomäne. «Es gibt zwar ab und zu Männer, aber die Frauen dominieren klar», sagt Scandella. «Deshalb reservieren wir bei unserem Markt extra für die Männer einen Platz mit Bier und Grill, damit die Frauen in Ruhe in den Koffern wühlen können», sagt sie weiter.

«Auch um die Beschäftigung der Kinder müssen sich die Mütter keine Gedanken machen. Die Kleinen können dann zu mir kommen und sich von mir schminken lassen», sagt Schuhmacher.

Das Hobby wird zum Beruf

Stephanie Scandella organisiert den Koffermarkt aber nicht nur, sie stellt auch selber aus. Unter dem Label «Weiss in Rosa» verkauft sie auch an anderen Märkten selber gemachte Bonbonnièren und Etagèren. Neben ihren Aufgaben als Hausfrau stellt sie ihre Produkte in ihrer eigens dafür eingerichteten kreativen Ecke zu Hause her.

Die ausgebildete Elektronikerin konnte so ihr Hobby zum Beruf machen. «Natürlich könnte ich davon nicht leben», sagt Scandella. Mit der Unterstützung ihres Mannes könne jedoch ihrer Leidenschaft trotzdem frönen.

Sie verkauft ihre Artikel auch über ihren Online-Shop, Websites und hauptsächlich über Facebook. Zusätzlich gibt Scandella auch Workshops. Dort kann frau lernen, wie ihre Sachen hergestellt werden. «Mein absoluter Traum ist es, ein kleines Deko-Lädeli mit integriertem Kaffee zu betreiben. Dort könnte ich alle meine Ideen präsentieren sowie die Gäste mit feinem Kaffee bedienen», schwärmt die 34-Jährige. Weitere Infos unter weissinrosa.ch und koffermarkt-berikon.jimdo.com.