An der Einwohnerratssitzung vom 25. Juni stellt der Gemeinderat vier Anträge, die sich in einem Punkt ähneln: Sie alle sind zukunftsweisend für Wohlen. Beim ersten geht es um die Sicherheit der Angestellten. Der Bund schreibt vor, dass gewisse Konzepte vorhanden sein müssen, um die Arbeitsplatzsicherheit gewährleisten zu können. Das gilt für sämtliche Arbeitgeber, so auch für die Gemeinde Wohlen.

Die Schulen haben bereits solche Konzepte, und es werden auch Schulungen, Überprüfungen, Überarbeitungen des Sicherheitsleitbildes sowie Übungen durchgeführt. Für die anderen gemeindeeigenen Liegenschaften sind bisher kaum solche Konzepte vorhanden, oder sie sind zu alt und wurden nur rudimentär wahrgenommen. Hier muss Wohlen auf den neuesten Stand gebracht werden.

Also beantragt der Gemeinderat 119'500 Franken, um für sämtliche Liegenschaften der Einwohnergemeinde ein entsprechendes Sicherheitsleitbild und -konzept erarbeiten zu können. Es wäre auch möglich, einzig für die als sehr wichtig priorisierten Gebäude (Gemeindehaus, Sportzentrum Hofmatten, Casino, Bibliothek, Bleichi, Werkhof und Feuerwehr) ein solches Konzept zu erstellen.

Das würde zwar rund 30'000 Franken weniger kosten, würde aber den längst bestehenden gesetzlichen Verpflichtungen nicht gerecht, schreibt der Gemeinderat im Antrag. Kommt die Vorlage durch, sollen Sicherheitsleitbild und -konzept samt Handbuch und Schulungen im Frühling 2019 bereit sein.

1,4 ha Gewerbeland einzonen

Damit der Wirtschaftsraum im unteren Bünztal und spezifisch in Wohlen für Gewerbetreibende interessant bleibt, will der Gemeinderat im Gewerbegebiet Wil/Huebächer Land erschliessen und kaufen. Es handelt sich um 14'330 m2 eingezontes aber noch unerschlossenes Gewerbeland, das Eigentum von Privaten oder der Ortsbürgergemeinde Wohlen ist. Da die Gemeinde gesetzlich verpflichtet ist, die Bauzonen zeitgerecht zu erschliessen, soll dies nun geschehen. Nicht alle Eigentümer stimmen jedoch einer Erschliessung zu, darum übernimmt die Gemeinde nun die Federführung und wählt das öffentlich-rechtliche Verfahren. Für die Planungskosten von Erschliessung und Umlegung sind 86 000 Franken budgetiert.

Als zweiter Punkt käme der Landkauf hinzu. Hier geht der Gemeinderat von einem Kaufpreis von 250 Franken/m2 aus, sodass der totale Kaufpreis rund 3,58 Mio. Franken betragen würde. Dieser Preis sei «fair und realistisch», heisst es im Antrag. Ausserdem könnte die Gemeinde «bei der Ansiedlung von Gewerbetreibenden entsprechend Einfluss nehmen und es bestehen wesentlich mehr Möglichkeiten bei der Planung und Umsetzung der Erschliessungsanlagen sowie der Gewerbebauten». Ob die Schrebergärten, die auf Ortsbürgerland stehen, an dieser Stelle bestehen bleiben oder umgesiedelt werden, muss noch geklärt werden.

Brückensanierung drängt

Ein Thema, das hingegen eilt, sind die Sanierungen der Bünzbrücken. Dies nicht, weil sie so marode wären, sondern, weil der Kanton im Rahmen seines Hochwasserschutzprojektes Bünztal alle Brücken, die innerhalb von 50 cm über dem erwarteten Maximalwasserspiegel liegen, unterseitig mit Stahlblech verkleiden wird. Dies soll voraussichtlich ab Oktober 2018 geschehen.

Dieses Stahlblech wird künftige Sanierungen der Brücken erschweren, weshalb nötige Sanierungen noch vor der Verkleidung vorgenommen werden sollten. «Die geplanten Verkleidungen mittels Stahlblech ersetzen die Sanierungsmassnahmen an den schadhaften Betonteilen nicht. Durch die vorhandene Feuchtigkeit entlang des Gewässers können sich vorhandene Schäden hinter den Verkleidungen ungeachtet weiter ausbreiten», heisst es im Antrag des Gemeinderats.

Von den Arbeiten wären sechs Brücken betroffen: Turmstrasse, Junkholz 03, Junkholz 04, Lätschbrüggli, Allmendstrasse und Rigacker. Im Budget 2018 der Gemeinde sind dafür 160'000 Franken vorgesehen. Zusätzliche genauere Untersuchungen haben nun aber ergeben, dass sich die Kosten auf 480'000 Franken belaufen werden. Insbesondere die Brücken an der Allmendstrasse (Kosten: 115'000 Fr.) und im Rigacker (139'650 Fr.) schlagen hier zu Buche.

Sie sind in die Sanierungsstufe 4 von 5 eingeteilt worden, was bedeutet, dass bei ihnen grosse Sanierungsmassnahmen nötig sind. Bei den anderen Brücken besteht Bedarf an geringen bis mittleren Sanierungsmassnahmen. Genehmigt der Einwohnerrat die 480'000 Franken, kann im August mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden.

Eingangspforte für Anglikon

Nicht ganz so rasch kann mit der Umsetzung einer Verkehrsberuhigung auf der Dottikerstrasse in Anglikon gerechnet werden. 2011 wurde ein entsprechendes Projekt bachab geschickt, weil es mit 227'700 Franken zu teuer war. Das neue Projekt, das mit dem Kanton ausgearbeitet wurde, kostet 416'000 Franken, davon müsste Wohlen 149'400 Franken (36 %) selber tragen.

So könnte bis November 2021 eine verkehrsberuhigende Eingangspforte mit einer 2 Meter breiten und 51 Meter langen Mittelinsel sowie Baumgruppen erstellt werden, die beide den Übergang vom Ausserorts- zum Innerortsbereich besser sichtbar machen und somit für eine Geschwindigkeitsreduktion bei den täglich vorüberfahrenden durchschnittlich 9400 Fahrzeugen sorgen sollen. Denn die Versetzung der «Generell 50»-Tafel 100 Meter weiter ausserhalb des Dorfes habe zu wenig gebracht. Stimmt der Einwohnerrat zu und gibt es keine Einwendungen, so kann der notwendige Landerwerb von 105 m2 angegangen werden.