Bremgarten/Eggenwil
Mit der Pendelseilbahn von der Bremgarter Unterstadt nach Eggenwil ins Restaurant

In unter fünf Minuten von der Bremgarter Unterstadt nach Eggenwil? Das soll dank einer Pendelseilbahn schon bald möglich sein. Mit dem geplanten Projekt wollen die Gemeinden neue Freizeitgäste anlocken.

Lukas Scherrer
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Von der Unterstadt nach Eggenwil: So ist die neue Schwebebahn geplant.Visualisierung/Garaventa AG

Von der Unterstadt nach Eggenwil: So ist die neue Schwebebahn geplant.Visualisierung/Garaventa AG

In unter fünf Minuten von der Bremgarter Unterstadt nach Eggenwil: Mit der von den beiden Gemeinden geplanten Pendelseilbahn soll das bald Realität werden.

6,5 Meter pro Sekunde soll die Geschwindigkeit der Bahn betragen, die bis zu 15 Personen vom Bremgarter Augraben die 680 Meter lange Strecke zum Restaurant Frohburg in Eggenwil und wieder zurück transportieren soll.

Dabei schwebt die Seilbahn über die pittoreske Reussschlaufe und das Waldstück des Gebiets der Oberen Allmend.

Sie bietet den Passagieren so einen herrlichen Ausblick während der Fahrt. Um eine optimale Erschliessung der beliebten Wanderrouten des Freiämterwegs zu gewährleisten, ist auch ein Zwischenhalt bei der Abwasserreinigungsanlage Bremgarten/Mutschellen geplant.

Effiziente Alternative zum ÖV

Schon lange ist die mangelhafte Erschliessung der beiden Gebiete ein Thema auf der politischen Agenda in Bremgarten und Eggenwil.

«Die zahlreichen Wanderwege und Badeorte an der Reuss locken immer mehr Leute an. Die neue Seilbahn würde die beiden Gemeinden als Ausflugsort und Naherholungsgebiet noch beliebter machen», erklärt Raymond Tellenbach, Stadtammann von Bremgarten gegenüber der Aargauer Zeitung.

Auch der Eggenwiler Gemeindeammann Thomas Endres ist vom gemeinsamen Projekt begeistert und fügt an: «In der Schweiz werden Seilbahnen noch immer mit Bergen und Wintersport assoziiert. Dabei funktionieren sie in vielen Orten auf der Welt als effiziente Alternative zum öffentlichen Verkehr.»

Rund sechs Millionen Franken soll das geplante Bauprojekt kosten, finanziert durch die beiden Gemeinden und das Restaurant Frohburg, welches durch die neue Bahn von zusätzlichen Gästen profitieren würde. Seit Juni 2013 bewirten die Schwestern Caprez das Restaurant, das unmittelbar an der Grenze zu Bremgarten liegt.

«Als wir von den beiden Gemeinden um Unterstützung angefragt wurden, waren wir sogleich begeistert», freut sich Silvia Caprez, eine der beiden Wirtinnen der «Frohburg». «Aus dem Erlös der letzten neun Monate bringen wir die Summe für die Beteiligung am Bauprojekt auf.»

Wird die Seilbahn von der Bevölkerung gutgeheissen, könnte sie nach einer Bauzeit von rund zwei Jahren die ersten Passagiere befördern.

Neben den Stationen für den Seilantrieb und der Mittelstation sind drei Seilbahnmasten auf der Strecke geplant, welche für den nötigen Bodenabstand der Kabine sorgen.

Überzeugende Vorteile

Mit der Ausarbeitung des Projektvorschlags wurde die Firma Garaventa AG beauftragt. Das Unternehmen aus Goldau (SZ) ist Marktführer im Seilbahnbau und installiert Transportsysteme auf der ganzen Welt.

«Wir freuen uns, dass die beiden Gemeinden uns beauftragt haben», sagt Franz Leibundgut, Projektleiter der Garaventa AG. Auch er ist überzeugt, dass eine Pendelseilbahn eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden öffentlichen Verkehr ist und viele Vorteile hat.

«Silbahnen sind zwar langsamer als Busse und Züge, überwinden dafür Hänge und Gewässer. Und sie gehören weltweit zu den sichersten Transportmitteln», erklärt Leibundgut.

Darüber hinaus würden Seilbahnen weitaus weniger Betriebskosten als konventionelle öffentliche Verkehrsmittel verursachen.

Informationsanlass mit Apéro: Heute Dienstag, 1 April, 18 Uhr, Rest. Frohburg