Das Künstler-Ehepaar Anna und Martin Hufschmid engagierte für die erste Vernissage im Kulturpavillon «Pot-au-feu» den Holzbildhauer Daniel Glaser. Dieser verwandelt mittels Motorsäge Baumstämme in verschmitzte Figuren mit Charakter.

Vor dem Pavillon übt eine Figur den einhändigen Handstand, eine andere versucht, vom Dach aus mit Skis abzuheben, während sich eine üppige Dame die Sonne auf den ausgestreckten Körper scheinen lässt. Kein Zweifel, die Ausstellung im Kulturpavillon «Pot-au-feu» macht schon von Weitem neugierig. Daniel Glaser ist ein Künstler der feinen Nuancen, die er allerdings mit einem groben Werkzeug, der Motorsäge, erreicht.

Auf eine Nachbearbeitung verzichtet Glaser, trotzdem besitzt jede seiner Figuren einen ganz eigenen Charakter. Hier ein lustiger Typ mit feinem Lächeln, dort ein eitler mit 50er-Jahre-Tolle und cooler Sonnenbrille, Elvis, eben. Eine dritte Skulptur stellt einen Motorradfahrer dar, der so tief übers Lenkrad gebeugt ist, dass er mit seiner Maschine eine Einheit zu bilden scheint. Glaser ist kein Minimalist, seine Figuren besitzen zuweilen nicht nur Ohren, sondern sogar Ohrringe. Überflüssiges lässt er weg, sodass in sich stimmige Gestalten entstehen. Die Entdeckungsreise, auf die sich Besucherinnen und Besucher des «Pot-au-feu» begeben, macht Spass.

Keine «Undo-Taste»

Holz geliebt hat Glaser, der in Birmensdorf wohnt, schon immer. Zur Kunst kam er allerdings erst relativ spät. Eigentlich wollte sich Glaser einen Traum erfüllen und einen Tisch selber schreinern, gab die Idee aber auf und belegte statt dessen einen Holzbildhauerkurs. Dabei lernte er das Arbeiten mit der Motorsäge kennen und lieben. «In meinem Beruf als Informatiker muss ich sehr pingelig sein, deshalb liebe ich es, es dank der Motorsäge etwas weniger genau nehmen zu dürfen. Allerdings ist es schon so, dass ich einen falschen Schnitt nicht mit der «Undo-Taste» wieder rückgängig machen kann.

Zum Glück eröffnen sich Möglichkeiten für neue Ideen», erzählt er. Glaser erarbeitet seine Figuren aus einem Stück Holz, wobei er sich oft von dessen Eigenheiten inspirieren lässt. Die Elvis- Frisur zum Beispiel schnitt Glaser nicht, die Struktur gab der Baumstamm schon vor. Gleichzeitig besteht für Glaser die Herausforderung, aus einem geraden Baumstamm eine dynamische Figur mit einer Bewegung zu erarbeiten. Häufig skizziert er seine Ideen, manchmal führt er an einem kleinen Holzstück die Idee für ein späteres grosses Werk zuerst aus.

Arbeitsplatz in FiGö

Mit der künstlerischen Auseinandersetzung begann Glaser vor der Pensionierung. Auch wenn er noch ein wenig als Informatiker arbeite, habe er für die Beschäftigung mit Holz genug Zeit. Deshalb hat Glaser vom Künstler Martin Hufschmid, bei dem er verschiedene Kurse belegt hat, in Fischbach-Göslikon einen Arbeitsplatz gemietet, wo er nach Lust und Laune kreativ sein kann.

Hufschmid und seine Frau Anna sind die Besitzer des Kunstpavillons «Pot-au-feu». Der Name stammt von einer Pfanne, die sie bei Umgebungsarbeiten beim Bau ihres Gebäudes fanden. Geplant ist, dass der leuchtend orange Pavillon immer wieder Austragungsort von Veranstaltungen sein wird, so auch im Bereich Literatur. Koch-Events sind hier ebenfalls möglich.

Ausstellung Pot-au-feu

Brühlmattenstrasse 26, Fischbach-Göslikon, Öffnungszeiten: Samstag, 16. Mai, von 14 bis 19 Uhr, Sonntag, 17. Mai, von 12 bis 17 Uhr, Samstag, 23. Mai, Konzert mit «Grace Doubtless» und Apéro ab 17 Uhr, Finissage: Pfingstmontag, 25. Mai, 12 bis 17 Uhr.