Das Abschlussvideo zur Velowoche:

Eindrücke von der Velowoche 2018 der Kanti Wohlen

 

 

Unser Beitrag zur abenteuerlichen Reise: Eine sportliche und psychische Herausforderung

«Stimmt das?» wird gefragt. «Nein, das ist verkehrt herum – oder?» Fünf Schüler der Kantonschule Wohlen stehen mit rätselndem Blick vor einem Velo, das kopfüber auf dem Schulhausplatz steht. Haben sie das Velorad richtig eingebaut? Auf die Frage, ob sie bei einer Radpanne wüssten, was zu tun wäre, antworteten sie alle, nur einige Minuten zuvor, mit einem Kopfnicken. Nun müssen sie lachen. Zusammen finden sie aber schnell heraus, wie das Rad richtig aufs Velo gehört.

Ein letztes Mal üben: Die Kantonsschüler müssen für den Ernstfall wissen, wie man ein Velo flickt.

Ein letztes Mal üben: Die Kantonsschüler müssen für den Ernstfall wissen, wie man ein Velo flickt.

Das haben die Schüler in den letzten Wochen auch gut geübt, denn bald könnte eine Radpanne für sie nicht mehr nur eine theoretische Angelegenheit sein: Heute starten sie eine sechstägige Velotour nach Dramont in Südfrankreich.

«Die Tour wird bestimmt abenteuerlich und eine neue Herausforderung», freut sich Schülerin Gilian Huber. Nervös ist sie nicht. «Ich habe höchstens Angst, dass wir den Weg nicht finden. Oder, dass das Wetter schlecht wird.» Ihre Schulkollegin Ronia Duhassi stimmt zu: «Es wäre doof, wenn es Tag und Nacht regnen würde.» Man merkt ihr und den anderen Schülern an, dass sie die Woche nicht einfach auf die leichte Schulter nehmen. «Ich habe mega Respekt vor der Tour, es wird bestimmt sehr anstrengend», so Duhassi.

110 bis 135 Kilometer pro Tag

Den Respekt haben die Schülerinnen und Schüler zu Recht, denn es warten einige Herausforderungen auf sie. Tagsüber sind sie in kleinen Gruppen selbstständig unterwegs und legen zwischen 110 und 135 Kilometern auf zwei Rädern zurück. Sie sind also auf sich allein gestellt. Deswegen ist es wichtig, dass die Schüler wissen, wie man navigiert oder einen Reifen flickt. Alle Jugendlichen mussten im Vorfeld ausserdem an zwei längeren Radtouren teilnehmen. Ohne die Erfüllung dieser Bedingungen hätten sie gar nicht erst starten dürfen.

An den Abenden treffen sie sich auf einem Campingplatz. Samstag Abend werden sie ihre Zelte zum ersten Mal in Avenches aufschlagen. Dort warten die vier Begleitpersonen auf sie. Zwei davon sind auch auf dem Velo unterwegs, die anderen beiden werden das sperrige Gepäck mit einem Büssli zu den Zielorten bringen. «Wir sind jeden Abend froh, wenn alle heil zurück sind», erzählt Chemielehrer Benedikt Waser, eine der Begleitpersonen. «Es wird für die Schüler nicht nur eine sportliche, sondern auch eine psychische Herausforderung. Sie müssen im Team zusammenarbeiten.»

Bereits zum zweiten Mal dabei

Zum 16. Mal findet die Velotour dieses Jahr als Wahlthemenwoche statt. Mit dabei sind neun Schülerinnen und 25 Schüler im Alter von 16 bis 19 Jahren. Einige von ihnen machen die Tour sogar schon zum zweiten Mal. So beispielsweise auch Jonas Glanz: «Vergangenes Jahr lief alles gut, und wir werden es auch jetzt wieder schaffen», sagt er optimistisch. «Es wird anstrengend. Ich bin froh, sobald wir den Pass überwunden haben», ergänzt Philipp Bürgi, der auch schon einmal auf der Velotour dabei war. Nach der langen Fahrt das Meer zu sehen, darauf freut sich Gilian Huber besonders: «Dann wissen wir, dass sich die Reise gelohnt hat.»

Die jungen Velofahrer werden bis zum nächsten Freitag täglich Texte und Fotos in Form eines Blogs online stellen. So können die AZ Leser von zu Hause aus mitradeln.