Raumentwicklung
Mit dem Plan des Kantons unzufrieden: Oberes Freiamt will mehr Platz zum Arbeiten

Der Regionalplanungsverband Oberes Freiamt ist nicht einverstanden, wie der Kanton die Siedlungsentwicklung steuern will. Er fordert konkrete Flächen für Arbeitsplatzzonen.

Eddy Schambron
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In Dietwil soll in dieser Geländemulde eine Deponie für unverschmutztes Aushubmaterial realisiert werden. ES

In Dietwil soll in dieser Geländemulde eine Deponie für unverschmutztes Aushubmaterial realisiert werden. ES

Eddy Schambron

Der Regionalplanungsverband Oberes Freiamt ist mit dem Richtplan Siedlungsentwicklung nicht zufrieden.

Gruppen: Für Landschaft und Fahrplan

Die Landschaftskommission Oberes Freiamt unter der Leitung von Detlev Conradin hat sich die Eindämmung der Zersiedelung, die Aufwertung des Lebens- und Erholungsraums und die Förderung der Artenvielfalt als Ziele gesetzt. Im 2013 hat sie unter anderem das Turmfalkenprojekt weitergeführt; in Muri, Boswil und Kallern wurden Nistkästen für Turmfalken und Schleiereulen montiert. In Bünzen wurde das Projekt Landschaftsbeauftragter mit Förster Beat Bossert gestartet. Weiter verfügt Merenschwand in der Person von Förster Josef Schärer nun auch über einen Landschaftsbeauftragten. In Muri und Mühlau wurden nochmals zahlreiche Hochstammbäume gesetzt.

Hauptanliegen der Gruppe Öffentlicher Verkehr und Fahrplan war auch 2013 der schnelle Neat-Anschluss aus dem Kanton Aargau. Es wurde das Begehren gestellt, dass zwei Fahrplananlagen mit Abfahrten zur Stunde 00 und 30 in die Vorprüfung einzubeziehen sind. Die SBB zeigten an einer Sitzung die Kapazitätsprobleme in Lenzburg auf. Die Vertreter des Kantons und der SBB votierten deshalb für eine abgespeckte Variante mit RegioExpress-Zügen am Wochenende. «Dies kommt jedoch für die Vertreter des Freiamtes nicht infrage», halten René Fasel und Fredy Zobrist für die Gruppe fest. Die Fahrplanspezialisten der SBB werden nun die Möglichkeiten für die tägliche Führung von je drei RegioExpress-Zugspaaren am Morgen und Abend mit Abfahrten zur Stunde 00 abklären und die Kosten abschätzen. Der Kanton wird eine Potenzialabklärung der Pendlerströme und der Anforderungen im Freizeitbereich in Auftrag geben. (ES)

Hauptaufgabe der Siedlungsentwicklung 2040 ist die Verteilung des Siedlungsgebietes auf die Regionen. Für das obere Freiamt ist von einem Stopp von Einzonungen auszugehen. Der Vorstand der Repla hat zwar die regionale Stellungnahme zu den kantonalen Richtplananpassungen den Gemeinden zugestellt, aber im Jahresbericht lässt er die Katze noch nicht aus dem Sack. Immerhin heisst es, «dass die Repla in mehreren Punkten nicht einverstanden ist.»

Ein klein wenig konkreter wird es im Jahresbericht der Wirtschaftsregion Oberes Freiamt: «Der Richtplanentwurf ist in Bezug der Arbeitsplatzzonen für unsere Region nicht akzeptabel.» Die Region oberes Freiamt habe sich entschieden, einerseits die verfügbaren Flächen für Gewerbe und Industrie unabhängig von den kantonalen Erhebungen zu analysieren und andererseits aufgrund des Ergebnisses konkrete Flächen für Arbeitsplatzzonen zu fordern. «Das Projekt ist im Oktober gestartet worden und zeigt interessante Resultate auf.»

Agieren statt reagieren

Klar kommt im Jahresbericht der Repla zum Ausdruck, dass die Region agieren und nicht reagieren will. «Politik und Wirtschaft müssen sich gemeinsam auf ihre Stärken und ihre Innovationskraft besinnen.» Verbandsintern war das vergangene Jahr geprägt von anstehenden personellen Veränderungen im Vorstand und den strategischen Weichenstellungen der zukünftigen Aufgabenerfüllung im Regionalplanungsverband. So wird der langjährige Präsident und «Motor» Josef Nogara, Merenschwand, sein Amt abgeben. Die Neuorganisation mit neuen Verbandssatzungen wurde mit 17 Ja- gegen
3 Nein-Stimmen beschlossen; die Gemeindeversammlungen der Verbandsgemeinden haben den Änderungen ebenfalls zugestimmt. Unbestritten ist: «Das Unternehmen Repla mit den engagierten Arbeiten in den Kommissionen und Arbeitsgruppen hat sich zu einer markanten Dienstleistungseinheit entwickelt.»

Für Deponie in Dietwil

Neben zahlreichen Vernehmlassungen beschäftigte die Repla Oberes Freiamt auch die Windenergie auf dem Lindenberg und die Deponiestandorte im oberen Freiamt. So haben Gemeinderat Dietwil und die Repla dem Departement Bau, Verkehr und Umwelt den Antrag gestellt, den im Richtplan als Zwischenergebnis enthaltenen Deponiestandort Babilon in Dietwil für sauberes Aushubmaterial im Richtplan festzusetzen. Die Repla geht davon aus, dass die Botschaft der Regierung im März vom Grossen Rat behandelt wird.

Für Josef Nogara ist der Jahresbericht 2013 der letzte. «Unzählige Sachgeschäfte durfte ich mit meinen Kollegen im Vorstand diskutieren und Lösungen treffen. Die Überzeugungsarbeit zugunsten der Region und somit auch der Gemeinden war nicht immer einfach», hält er fest. Als grosse Bereicherung habe er die vielen Kontakte und persönlichen Gespräche mit Personen, mit denen er auf der Suche nach Lösungen diskutieren konnte, geschätzt.