Muri
Mit dabei bei einer Alarmübung: Banges Warten auf die Feuerwehr

Die Stützpunktfeuerwehr Muri ist jedes Jahr verpflichtet eine Alarmübung durchzuführen. Das diesjährige Szenario: Ein Brand im Wohnhaus von Murimoos werken und wohnen. Eine Alarmübung, die alle forderte.

Eddy Schambron
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Brand im Wohnhaus – die Feuerwehr übte den Ernstfall
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Auch ein spannendes Spektakel für die zuschauenden Murimoos-Männer.
Es galt, Menschen mit argen Verletzungen zu bergen.

Brand im Wohnhaus – die Feuerwehr übte den Ernstfall

Eddy Schambron

Ein grosses Ereignis am Freitagabend: Ein Brand im Wohnbereich von Murimoos werken und wohnen holte nicht nur die Feuerwehrleute der Stützpunktfeuerwehr Muri+ vom Fernseher zu Hause in den Einsatz, sondern auch Sanitäter und sogar den Gemeinderat Muri. Dass alles eine Alarmübung war, merkten sie erst auf dem Platz selbst. Für die Alarmübung haben die Organisatoren in einem Wohnbereich mit einer Rauchmaschine alles eingenebelt und so über die dort installierte Brandmeldeanlage den Alarm wie echt ausgelöst.

«Wir sind verpflichtet, jedes Jahr eine solche Alarmübung durchzuführen», sagt Thomas Strebel, Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Muri+. So wird unter anderem überprüft, ob alle Abläufe effizient und richtig laufen. Die ersten Feuerwehrleute waren schnell auf dem Platz, allerdings angesichts der Vielzahl verletzter und verwirrter Menschen zuerst überfordert. Mit dem Heulen der Feuerwehrsirene in der Ferne war die Erleichterung bei den Bewohnern des Murimoos, welche bang auf Hilfe gewartet hatten, spürbar.

Unterschiedliche Reaktionen

Auch wenn der Einsatz der Feuerwehr und der weiteren Hilfskräfte zügig kam, war es für die Wartenden gefühlt eine lange Zeit, bis Hilfe nahte. Einzelne Murimoos-Männer versuchten selbst Hand an zulegen, so gut es ging. Andere zogen sich eher verängstigt zurück. Und wieder andere kümmerten sich überhaupt nicht um den Alarm und jassten weiter. Feuerwehrleute hatten zunächst alle Hände voll zu tun, um Menschen daran zu hindern, in die verrauchten Räume einzudringen, wo sie vermisste Kollegen vermuteten.

Erst der Atemschutz konnte sie bergen und in einem Verwundetennest zur medizinischen Versorgung bringen. Die zahlreichen Verletzten machten die weitere Alarmierung über den Sanitätsnotruf 144 notwendig. Neben der Betreuung der Verwundeten mussten bis gegen 40 Leute mitten in der Nacht irgendwo untergebracht werden. Deshalb wurden Vizepräsidentin Milly Stöckli und Gemeinderat Heinz Nater auf den Platz geholt; sie hätten im Ernstfall diese Menschen in der Gops unterbringen können. Für solche Fälle steht auch das Regionale Führungsorgan (RFO), dem zehn Gemeinden im oberen Freiamt angehören, zur Verfügung. Im Einsatz stand schliesslich auch das Kantonale Katastrophen-Einsatzelement (KKE). Die engen Platzverhältnisse auf dem Dorfplatz Murimoos machte die Arbeit noch anspruchsvoller.

Lange ohne Übung

In den letzten 20 Jahren war Murimoos werken und wohnen von der Feuerwehr nie beübt worden. «Die Sicherheitsverantwortlichen Toni Gassmann und Michael Scheidegger waren deshalb sofort an dieser gross angelegten Alarmübung interessiert», sagt Strebel. Auch für sie war es aufschlussreich zu erfahren, was in einem Ernstfall wie abläuft, was funktioniert und was nicht. Der Aufwand für diese Alarmübung zwar zweifellos gross, der Nutzen allerdings auch.

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