Kallern

«Mit bis zu 108 km/h unterwegs»: Junge Kart-Pilotin auf Erfolgskurs auf der Rennbahn

Das Rennfahren als Job kann sich Ekaterina Lüscher zwar vorstellen. Sie will sich aber lieber auf das Hier und Jetzt konzentrieren.

Das Rennfahren als Job kann sich Ekaterina Lüscher zwar vorstellen. Sie will sich aber lieber auf das Hier und Jetzt konzentrieren.

Ekaterina Lüscher aus Kallern ist ambitionierte Kart-Fahrerin. Am Samstag zeigte sie in Wohlen ihr Können in der Kategorie OK Junior.

Es waren nur noch wenige Minuten bis zum nächsten Trainingslauf für die Schweizer Kart-Meisterschaften. Benzingeruch lag in der Luft. Ekaterina Lüscher, 13, wirkte konzentriert, setzte ihren Helm auf und wartete auf das Startsignal. Da kam es – schon dreht sie mit hohem Tempo ihre Runden auf der Bahn.

Bruno Lüscher, Ekaterinas Vater, erklärte: «Hier auf der Strecke können die Karts bis zu 108 km/h schnell werden.» Nach dem Training kam die junge Rennfahrerin lächelnd den Weg zum Trainingslager hoch. «Das lief ganz gut», stellte sie fest.

Seit 8 Uhr morgens sei sie mit ihrem Team auf der Kart-Bahn, über den Freitag verteilt fanden mehrere Läufe statt. Bruno Lüscher informierte, dass seine Tochter in diesem Jahr in der Klasse OK Junior mitfahre. «Die Kategorie ist für die 12- bis 15-Jährigen. Es war schon eine Umstellung von den 10 PS bei den Minis auf nun 30 PS.»

Kart-Pilotin Ekaterina Lüscher gibt mit 12 Jahren Vollgas.

Die Umstellung ist ihr gut gelungen

Beim Verfolgen der Trainingsrunden hatte der Zuschauer schnell den Eindruck, dass Ekaterina die Umstellung gut gelungen ist. Lüschers jüngste Rennresultate unterstreichen das. «In Pavia, dem ersten Lauf für die Meisterschaften, habe ich den ersten Platz belegt», teilt sie mit, ein wenig ist ihr der Stolz anzumerken. «Wir waren gut vorbereitet.»

Auch in Wohlen konnte das Renntalent zufrieden mit sich sein. Nach dem Lauf zur Schweizer Meisterschaft am Samstag meldete sich Bruno Lüscher: «Zweiter Platz nach langer Führung. Und das bei starker Konkurrenz.» Insgesamt seien in der Kategorie OK Junior 15 Fahrer an den Start gegangen.

11-jährige Freiämterin momentan Schweizer Nr. 1 beim Go-Kart

Tele-M1-Bericht über Ekaterina Lüscher aus dem Jahr 2018.

Die Corona-Pandemie hat auch Einfluss auf das Renngeschehen. Zwischen den Zelten der verschiedenen Teams bewegten sich viele Leute mit einer Gesichtsmaske. Ekaterina erzählte: «In diesem Jahr finden nur vier Läufe für die Meisterschaften statt. Der hier in Wohlen ist der zweite, dann folgt einer in Frankreich und der Abschluss ist wahrscheinlich in November in Italien.» Wegen der Pandemie fanden die ersten Rennen diese Saison erst im August statt.

Büffeln für die Schule anstelle des Kart-Trainings

Aufgrund von Corona gestaltete sich auch Ekaterinas Alltag anders als üblich, statt Training im Kart hiess es, zu Hause bleiben und dort für die Schule lernen. «Das war gar nicht so einfach», so die 13-Jährige. «Ich habe dann zu Hause versucht, mich auf dem Laufband und mit Workouts fit zu halten.» Ein Blick auf ihre Rennresultate zeigt: Der Einsatz hat sich definitiv ausgezahlt.

Über das «Exprit Racing Team», für das sie fährt, sagte die Kart-Fahrerin: «Da fühle ich mich gut aufgehoben. Wir helfen uns gegenseitig.» Ausserdem habe sie in den letzten Jahren viel dazugelernt. Sie könne sich das Rennfahren später als Job vorstellen. «Aber ich konzentriere mich lieber auf das Hier und Jetzt», sagte sie.

Auf die Frage, ob sie vor den Rennen nervös sei, antwortete Ekaterina: «Ein bisschen schon, aber ich versuche, meine Emotionen zu kontrollieren, und fokussiere mich auf das Fahren.» Ihr Vater führte aus, dass seine Tochter sehr diszipliniert sei und über eine grosse mentale Stärke verfüge: «Das ist schon wichtig, wenn man gut mitfahren will.»

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