Katholische Kirche
Mit beiden Beinen auf dem Boden: Der Pastoralraum Muri und Umgebung hat einen neuen Pfarrer

Stephan Stadler wechselt aus dem basellandschaftlichen Laufental ins Freiamt.

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Der Vertrag ist unterzeichnet: Thomas Suter, Präsident des Kirchgemeindeverbandes Muri und Umgebung, Pfarrer Stephan Stadler und Personalverantwortliche Madeleine Sennrich Köpfli (von links).

Der Vertrag ist unterzeichnet: Thomas Suter, Präsident des Kirchgemeindeverbandes Muri und Umgebung, Pfarrer Stephan Stadler und Personalverantwortliche Madeleine Sennrich Köpfli (von links).

Eddy Schambron

Die rund 10 000 Katholikinnen und Katholiken des Pastoralraums Muri und Umgebung haben im nächsten Herbst wieder einen Pfarrer: Stephan Stadler wechselt vom Laufental ins Freiamt. «Ich bin ein offener, traditioneller Mensch, aber nicht konservativ», beschreibt der gebürtige Bayer sich selber, «und humorvoll.»

Und er steht, das sagen Thomas Suter, Präsident des Kirchgemeindeverbandes Muri und Umgebung sowie Madeleine Sennrich Köpfli, Personalverantwortliche, mit beiden Beinen auf dem Boden. Sie sind sehr glücklich, dass sich Stadler entschlossen hat, nach Muri zu kommen und die Nachfolge von Georges Schwickerath zu übernehmen, der zum Bischofsvikar im Bistum Basel berufen wurde.

Im Ohrläppchen trägt er Ringe, und in früheren Jahren waren seine Haare schulterlang. «Aber als sie grauer wurden, wollte ich nicht wie ein gescheckter Karl Lagerfeld aussehen», schmunzelt Stephan Stadler, Jahrgang 1967, und liess die Mähne kurz schneiden. Die Ohrringe sind eine Reminiszenz an die Zeit seines Studiums der Sozialpädagogik und der Ausbildung als Erzieher.

Nach dem Universitätsabschluss als diplomierter Theologe 1997 und dem Abschluss 2001 als Diplom-Caritaswissenschaftler kam der aus Passau/Bayern stammende Deutsche als Pastoralassistent in die Pfarrei St. Anton nach Basel. 2003 fand die Priesterweihe in der Kathedrale St. Urs und St. Viktor in Solothurn durch Bischof Kurt Koch statt.

Schliesslich war Stadler mitarbeitender Priester in den Pfarreien Bruder Klaus, Oberdorf, und St. Josef, Sissach, Pfarrer und Gemeindeleiter in Brislach und Wahlen, ab November 2017 leitender Priester des Pastoralraumes Laufental-Lützeltal. Weshalb jetzt nach Muri?

«Mit 53 Jahren ist es nochmals die Gelegenheit, etwas Neues anzupacken», sagt Stadler, dem bei einem früheren Besuch selbstverständlich auch die Klosterkirche grossen Eindruck gemacht hat. «Und es hat mit Hallwiler-, Zuger- und Vierwaldstättersee sowie der Reuss viel Wasser in der Umgebung», lacht der Pfarrer, der sich als Wasserratte bezeichnet.

Er will Traditionen mit Leben füllen

«Wir haben mit Stephan Stadler wieder einen volksnahen Seelsorger, der rausgeht und nach Möglichkeit Zeit mit den Pfarreiangehörigen verbringt», sind Suter und Sennrich überzeugt. «Ich versuche, eine gute Bodenhaftung zu behalten», umschreibt der Pfarrer seine Einstellung. «Ich schwebe nicht immer im Himmel.» In der Freizeit malt er mit Ölpastellkreide, fährt Velo und interessiert sich für Geschichte. Und er liebt Musik, dabei darf es neben Klassik auch Rock ’n’ Roll oder Pop sein.

In der nächsten Zeit wird sich Stalder, der gerne im Team arbeitet, vor Ort ein Bild machen, die Menschen hier kennen lernen und nicht kommen und vorgefasste Ideen verwirklichen. «Ziel ist es, miteinander in eine Richtung zu gehen», unterstreicht er.

Traditionen will er mit Leben füllen, «sonst werden sie blosses Brauchtum». Er will nicht krampfhaft Altes bewahren, sondern die Zeichen der Zeit erkennen, «ohne einfach dem Zeitgeist nachzulaufen». Der Vertrag ist unterschrieben, Anstellungsbeginn ist der 1. September 2020. Der Gottesdienst mit der Pfarrinstallation ist auf Sonntag, 6. September, terminiert.