Villmergen
Mit 71 Jahren lief er seinen 40. 100-Kilometer-Lauf

Der Villmerger Viktor Döbeli ist 71 Jahre alt. Müde in den Beinen ist er aber noch lange nicht. Döbeli läuft die 100 Kilometer noch immer in einer Zeit von 12,5 Stunden.

Andrea Weibel
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Viktor Döbeli an seinem 40. 100-Kilometerlauf
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Viktor Döbeli lief mit 71 Jahren seinen 40. 100-Kilometerlauf
Viktor Döbeli beim Zieleinlauf - die letzten 100 Meter machte Enkelin Arina mit
Viktor Döbeli mit Walter Hufschmid, der ihm das Wasser per Auto brachte
4000 Kilometer hat Döbeli in den letzten 40 Jahren am 100-Kilometerlauf zurückgelegt
Seine Schwester Theres Bleuler schaffte den 100-Kilometerlauf zum 25. Mal
Viktor Döbeli mit seiner stolzen Frau Margrith
Viktor Döbeli schaffte den 100km-Lauf 40x in Folge - seine Frau Margrith gratuliert

Viktor Döbeli an seinem 40. 100-Kilometerlauf

Andrea Weibel

Mit 71 Jahren können viele Menschen kaum mehr laufen. Dass es auch anders geht, beweist Viktor Döbeli: Seit 40 Jahren rennt er fast jeden Tag seine Kilometer – und schaffte am letzten Wochenende sogar den längsten Lauf der Schweiz, den 100-Kilometer-Lauf in Biel, in einer Zeit von 12 Stunden und 27 Minuten. «Aber jetzt ist Schluss», sagt der passionierte Langstreckenläufer.

Alles begann in der Dorfmusik

«Früher hatte ich mit Sport nichts am Hut. Ein Freund aus der Villmerger Dorfmusik fragte, ob ich ihn an den 100-Kilometer-Lauf begleiten würde», erinnert sich Döbeli. Spontan sagte er zu, und gemeinsam marschierten sie die ganze Strecke. «Nach dem Ziel sagte ich mir: einmal und nie wieder.»

«Doch schon bald begann es in mir zu arbeiten. Ich fragte mich immer wieder, ob ich nicht schneller sein könnte.» Also begann er zu trainieren. «Beim zweiten Mal rannte ich schon all die Stellen, an denen es abwärtsging. Und von da an bin ich immer gerannt.» Und zwar nicht nur am Lauf, sondern das ganze Jahr hindurch. «Ich renne noch heute täglich etwa 1,5 Stunden durch den Wald und lege immer rund 12 Kilometer zurück.»

New-York-Marathon

Döbeli wurde zum Läufer aus Leidenschaft, nahm erst an Waffenläufen teil, von denen er etwa 150 absolvierte, und wagte sich dann gar an Marathons in der ganzen Welt. «Ich war in Berlin, in Hongkong, New York und so weiter. Insgesamt waren es 25 Marathons, an denen ich teilgenommen habe», erzählt er stolz.

Doch seine grössten Triumphe feierte er in Biel. «Zweimal lief ich auf den neunten, einmal sogar auf den achten Rang.» Damals erreichte er das Ziel noch im Morgengrauen, denn der Lauf startet jeweils um 22 Uhr, und Döbeli schaffte die 100 Kilometer in nur 7,5 Stunden. «Damals überreichte mir Bundesrat Ogi die Medaille», weiss er noch.

Frau Margrith war immer dabei

In den 40 Jahren hat er viel erlebt. «Ich lief bei Sturm und bei Sonnenschein. Einmal regnete es so schlimm, dass mir das Wasser bei einer Unterführung bis zur Brust reichte, aber da mussten wir durch.» Immer dabei waren auch seine Frau Margrith sowie Freunde und Familie. «Wir brachten ihm etwa alle zehn Kilometer seine Getränke. Anfangs war das recht stressig, wenn er so schnell war. In den letzten Jahren wars aber gemütlich und hat immer viel Spass gemacht», lacht Margrith Döbeli.