Mit dem Auto Tausende Kilometer zurücklegen, fremde Kulturen, Städte und Länder kennen lernen, Freiheit spüren und Abenteuer erleben. Das ist das Ziel der CATrophy Rallye, die im Frühjahr 2017 mit 50 Teams aufbricht, um an den Erfolg der vorherigen drei Rallyes anzuknüpfen.

Im Rahmen der Abenteuer-Rallye «CATrophy 2015» waren 72 Teilnehmer mit ihren Youngtimern ans Nordkap unterwegs.

Im Rahmen der Abenteuer-Rallye «CATrophy 2015» waren 72 Teilnehmer mit ihren Youngtimern ans Nordkap unterwegs. (November 2015)

«Die Leute, die sich dazu entscheiden, bei der CATrophy Rallye mitzumachen, erleben Action, Abenteuer und Unvergessliches am laufenden Band», sagt der Wohler Chris Huber, Gründer der Crazy Adventure Trophy.

Nichts für Stubenhocker

Entspannt auf der Sonnenliege am Pool relaxen, lesen, sich bräunen oder Cocktails schlürfen, das gibts für die Teilnehmer der Rallye nicht. Eher fahren sie durch Wüsten oder Steppen, fremde Städte und Ortschaften, helfen sich bei Pannen oder retten ihre Autos vor der nahenden Flut.

«Abenteuer pur, mit garantierten Zwischenfällen, nichts für Stubenhocker», beschreibt Huber die Rallye, die er 2014 gegründet hat. Zuvor hatte er an einer anderen Rallye teilgenommen, die aber seinen Vorstellungen betreffend Action nicht entsprach.

Also erfand er kurzerhand, innerhalb von zwei Nächten, die CATrophy. Bald darauf startete die erste von ihm organisierte Abenteuer-Rallye. Chris Huber konnte sich vor positiven Rückmeldungen kaum retten. Warum?

Bei der Rallye meldet man sich in Teams an und kauft sich ein mindestens 20-jähriges Auto für einen Maximalpreis von 2017 Franken. Dieses wird dann je nach Team-Motto in auffälliger Art dekoriert, und auch die Fahrer tragen passende Kostüme.

Mit Böller und Hupkonzert: Die Rallyefahrer verabschieden sich.

Mit Böller und Hupkonzert: Die Rallyefahrer verabschieden sich. (April 2016)

Die Personenanzahl pro Team ist unbegrenzt: «Die Teilnehmer müssen einfach alle in ein Auto passen», lacht Huber. Das Alter spielt bei der Rallye ebenfalls keine Rolle, der älteste bisherige Trophy-Fahrer war fast 80 Jahre alt, der jüngste hatte sein Autobillett erst seit zwei Monaten: «Die Teams kommen aus der ganzen Schweiz, jedes Alter und alle möglichen Berufe sind vertreten. Das macht es umso spannender, alle kennenzulernen und gemeinsam Abenteuer zu erleben», sagt Vorstandsmitglied Mirco Kovacs.

Keine moderne Technik

Die Teams bekommen beim Start ein «Trophybook», ein dickes, buntes Buch, in dem rund 160 verschiedene Aufgaben für die Fahrer aufgelistet sind. «Je nach Schwierigkeitsgrad werden für die erledigten Challenges Punkte verteilt, der Gewinner bekommt eine Trophäe», erläutert Huber.

«Die Aufgaben sind aber keineswegs einfach zu erledigen. Noch niemand hat es geschafft, das Buch komplett zu füllen.» Unter den Challenges kann man sich Aufgaben wie «Singt das ‹Old McDonald had a Farm›-Lied vor einem Farmtor» oder «Macht euren Rallye-Karren um genau vier Euro teurer» vorstellen.

Beim Start werden die Gruppen mit Funkgeräten, Stickern und Karten ausgestattet – GPS ist verboten. «Wir machen schliesslich eine Abenteuer-Rallye», sagt Chris Huber lachend. «Es ist amüsant, wenn man sich ab und an verfährt.»

6000 bis 7000 Kilometer legen die Rallyefahrer während rund zwei Wochen zurück. Bisherige Rallyes führten die Abenteurer bereits an den nördlichsten Ort des Kontinents, nach Marokko, quer durch Russland, Spanien, Estland oder England. Und nächstes Jahr heisst das Ziel Tschernobyl.

Bis zum Reaktorblock 4

Doch warum ausgerechnet Tschernobyl? 1986 kam es im Block 4 des dortigen Kernkraftwerks zu einer Kernschmelze mit verheerenden Ausmassen. Die Katastrophe forderte laut der Weltgesundheitsorganisation 4000 Tote. In der verstrahlten Gegend mussten in einem Radius von 37 Kilometern alle Städte evakuiert werden.

Super-GAU in Tschernobyl: Das geschah vor 30 Jahren

Super-GAU in Tschernobyl: Das geschah vor 30 Jahren (Beitrag vom April 2016)

Was sich vor 30 Jahren nahe der Stadt Prypjat in der ehemaligen Sowjetunion ereignet hat, ging als Super-GAU in die Geschichte ein. Ein kurzer Überblick über die Ereignisse des Atomunglücks Tschernobyl.

Chris Huber weiss, dass Tschernobyl als Reiseziel nicht gerade die Wunschdestination der Masse ist. Und genau deswegen führt die Rallye nach Prypjat bei Tschernobyl, die Geisterstadt in der Ukraine: «Wir wollen aussergewöhnliche Dinge bieten, die die Leute sonst nie sehen und erleben könnten», sagt er.

«Zwar müssen pro Fahrzeug vier und pro Person je 16 Sonderbewilligungen eingeholt werden. Aber ich denke, dass sich der Aufwand lohnt.» Von Militärpersonen werden die Teilnehmer durch die Geisterstadt bis vor den Sarkophag über dem zerstörten Reaktor geführt.

Finanziert wird die Rallye dank Sponsoren und den Anmeldegebühren. Für Huber und die drei OK-Mitglieder springt nichts raus. Ihnen geht es um Spass und Vorfreude. «Die Rallye fängt an, noch bevor man überhaupt losfährt», erzählt Kovacs.

«Man beschäftigt sich mit dem Kauf und der Dekoration des Autos. Dann startet man, lernt die anderen Teams kennen, bewältigt Challenges, hilft bei Autopannen und verschickt lustige Funksprüche. Einfach ein richtiges Abenteuer.» 27 Anmeldungen sind in den letzten Tagen schon eingegangen, bis zu 50 Teams können mitfahren. Chris Huber möchte die Rallye in diesem Rahmen beibehalten: «Weniger Teams machen die Trophy familiärer und persönlicher. Das soll so bleiben.»

Bis Ende Dezember kann man sich für die Rallye unter www.catrophy.com anmelden. Sie findet vom 13. bis 28. Mai 2017 statt.