Wohlen
Mit 450000 Franken: «Mitten im Leben» soll die Gemeinde Wohlen vorwärts bringen

Der Einwohnerrat hat 450000 Franken für die Umsetzung eines Standortmarketing-Konzepts bis 2015 genehmigt. Zuvor scheiterte ein Rückweisungsantrag der SVP klar – die Partei kritisierte fehlende Ziele und zu wenig konkrete Massnahmen.

Fabian Hägler
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Für Gemeindeammann Walter Dubler (4. von links) ein gelungenes Beispiel für Standortmarketing: Die Entwicklung auf dem Wohler Ferro-Areal.

Für Gemeindeammann Walter Dubler (4. von links) ein gelungenes Beispiel für Standortmarketing: Die Entwicklung auf dem Wohler Ferro-Areal.

Vor fünf Jahren gehörte die SVP zu den treibenden Kräften, als im Einwohnerrat ein Vorstoss für eine professionelle Standortförderung überwiesen wurde.

Mit dem Resultat war die Partei gestern Abend aber nicht zufrieden.

«Das vorliegende Konzept weist Mängel auf: Es bringt keine schnellen Vorteile, zudem fehlen die Ziele und die Umsetzungsmassnahmen sind nicht konkret», sagte Fraktionschef Edi Brunner.

Darum wollte die SVP die Vorlage an den Gemeinderat zurückweisen – blieb mit dem Antrag, der mit 23 zu 12 Stimmen abgelehnt wurde, aber allein.

Stellvertretend für die Mehrheit sagte Alain Thiébaud (GLP): «Konzept und Preis liegen auf dem Tisch, dazu können wir Ja oder Nein sagen, aber wir müssen es behandeln.»

Zuvor hatte Thomas Geissmann (FDP) als Sprecher der Geschäftsprüfungskommission betont, das Wohler Parlament müsse sich zwei Fragen stellen: «Sind Konzept und Massnahmen geeignet zur Standortförderung? Und ist uns die Umsetzung bis in drei Jahren 450 000 Franken wert?»

Gemeindeammann Walter Dubler hielt fest, es gehe darum, die Qualitäten von Wohlen besser zu verkaufen.

Dies soll mit neun Massnahmen passieren, die Experten der Quint AG aus Zug zusammen mit einer Arbeitsgruppe aus Gemeinderat, Verwaltung und Gewerbe erarbeitet haben.

So soll Wohlen unter anderem ein neues Logo mit dem Claim «Mitten im Leben» erhalten, die Website der Gemeinde soll neu gestaltet werden, an den Ortseingängen sind Willkommenstafeln geplant und eine Bevölkerungs- und Wohnraumanalyse soll als Grundlage für die Ziele der Standortentwicklung dienen.

Unterstützung dafür kam von der SP. Corinne Manimanakis sagte: «Wir müssen Wohlen jetzt fit machen und dafür sorgen, dass unsere Gemeinde eine bessere Ausstrahlung erhält.»

Für die Grünen hielt Thomas Burkard fest, die Vorlage zum Standortmarketing sei realitätsnah und einfach umzusetzen. «Wir müssen den Fokus konsequent auf qualitative Fortschritte legen», forderte er.

Auch die CVP sprach sich für die Vorlage aus. Roger Isler warb dafür, die Marke Wohlen «aufzupolieren, greifbar zu machen und an den Mann und die Frau zu bringen.»

Barbara Gsell (EVP) fand, Wohlen müsse selbstbewusster auftreten. «Wir haben bei Bildung, Wohnraum, Naherholungsgebieten oder kulturellen Anlässen viel zu bieten», sagte sie.

Auch die FDP stimmte der Vorlage zu, obwohl Andrea Duschén fragte: «Warum ziehen viele gute Steuerzahler von Wohlen weg, obwohl Wohnraum im Freiamt sehr gefragt ist?»

Mit den gleichen Argumenten wie beim Rückweisungsantrag begründete die SVP ihr Nein zur Standortförderung. Edi Brunner befürchtete, «dass wir Geld ausgeben, ohne dafür auch Resultate zu bekommen.»

Überraschend stimmten auch Stefan Suter (SP) und Beat Wüthrich (Grüne) gegen die Vorlage.

Wüthrich meinte, die «biederen, braven Massnahmen» würden nur nach innen wirken, Suter wollte kein Geld für Marketing ausgeben, «wenn nicht klar ist, wohin die Gemeinde will.»

Schliesslich fand der Antrag des Gemeinderats mit 20 Ja- zu 14 Nein- Stimmen trotzdem eine deutliche Mehrheit im Einwohnerrat.

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