Wohlen
Minimalisten haben es an der Kantonsschule schwer

Die Kantonsschule bietet eine breite Bildung. Sie verlangt aber auch einen entsprechenden Einsatz.

Jörg Baumann
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Rektor Franz Widmer im Gespräch mit einer Interessentin und ihrer Mutter. BA

Rektor Franz Widmer im Gespräch mit einer Interessentin und ihrer Mutter. BA

Mit einem Notendurchschnitt von 4,7 kann man in die Kantonsschule Wohlen eintreten. Kanti-Rektor Franz Widmer warnte die angehenden Schülerinnen und Eltern am Besuchstag vor dem Minimalismus: «Wenn sich jemand für den Schnitt von 4,7 abrackern musste, wird es schwierig.»

Denn nach allgemeiner Erfahrung sinke der Notendurchschnitt um eine halbe Note. Widmer wünscht sich Idealschüler, die Freude am gebotenen Stoff haben und entsprechende Fähigkeiten haben. «Denn die Kantonsschule biete eine «Komplettbildung für Allrounder» – und das zu einem vernünftigen Preis.

Breites Angebot

Neben der musisch-naturwissenschaftlichen Bildung bietet die Schule ein breit gefächertes Zusatzangebot mit Schule – an der Kanti hat es auch einen Kraftraum –, Spezialwochen, internationale Austauschwochen, ein Sozialpraktikum und Thementage wie den Zukunftstag an. In den Ferien können die Schüler zudem an einem freiwilligen Sprachaufenthalt und meist in der 2. Klasse an einem Individualaustausch teilnehmen.

Der Unterricht ist kostenlos. Das Unterrichtsmaterial, die Reisekosten und das Mittagessen müssen die Eltern bezahlen. In begründeten Fällen stehen Stipendien zur Verfügung. 15 Prozent der Eltern machen davon Gebrauch. Vor dem traditionellen Kantiball kann man einen Tanzkurs besuchen.

Immer mehr Schüler

«Ich würde gerne an jedem Tag in Gesichter sehen, denen die Freude am Schulunterricht abzulesen ist», sagte Widmer. Das hehre Ziel werde nicht immer erreicht. «Ihr Hauptberuf wird bei uns Schüler sein», meinte der Rektor zu den angehenden Schülern. «Schüler, die sich in der Kanti für das Wochenende erholen wollen, sind bei uns nicht am richtigen Platz.»

Dies, weil Nachhilfestunden nicht vorgesehen seien. «Die Schüler sollen selbstständig arbeiten und unterscheiden können, wann sich Freizeit erlauben dürfen.» Ein Platz an der Kantonsschule Wohlen ist begehrt. Momentan zählt man 800 Schüler – Tendenz steigend.

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