Schnell vergeht die Zeit. Vor 14 Jahren sind die Schweizer Radfahrerregimente im Rahmen der Armeereform aufgelöst worden. Dennoch kurbeln auch heute noch zahlreiche «Gümmeler» mit ihren liebevoll gepflegten alten Armee-Fahrrädern durch die Landschaft. Die einen mit dem 23 kg schweren Eingänger, dem legendären Ordonnanzrad 05, die anderen mit dem Fahrrad 93 mit immerhin sieben Gängen.

Im Schweizerischen Verband der mechanisierten und leichten Truppen (SVMLT) finden diese Enthusiasten eine Heimat. Die Aargauer Sektion des SVMLT führt zahlreiche Anlässe durch und wagt sich nun erstmals an ein Rundstreckenrennen rund um Waltenschwil. Der Start erfolgt am Samstag um 9 Uhr vis-à-vis der Autogarage Koller und Amstutz. Erwartet werden zwischen 40 und 50 Startende.

Coupiert und ungefährlich

Walter Riedwyl präsidiert seit 2003 die Aargauer Sektion des SVMLT. Dass ausgerechnet dieses Jahr erstmals in Waltenschwil zu einem 50 Kilometer langen Rundkurs gestartet wird, ist nicht zufällig. Der 55-Jährige aus Scherz erklärt: «Es wird mit jedem Jahr schwieriger, einen Parcours zu finden, der abseits der viel befahrenen Strassen liegt. Die Strecke um Waltenschwil ist geradezu ideal.

Wir können immer rechts abbiegen und müssen deshalb nie eine Strasse queren.» Natürlich liege es nicht drin, die Strasse für die Dauer des Rennens zu sperren. Riedwyl: «Wir veranstalten schliesslich kein Profirennen. Dennoch habe die Sicherheit oberste Priorität. Sechs Streckenposten an neuralgischen Punkten müssen für einen reibungslosen Ablauf des Wettbewerbs reichen.

Nach dem Startschuss ausgangs Waltenschwil um 9 Uhr führt die Strecke der Bremgarterstrasse entlang Richtung Restaurant Waldheim bis zur Abzweigung in die Kantonsstrasse Richtung Bünzen.

In Bünzen wird scharf rechts abgebogen auf die Waldhäusernstrasse, dann gehts zurück nach Waltenschwil. Diese 8,4 Kilometer lange Runde wird sechsmal bewältigt und in der internen Ausschreibung als «leicht coupiert» beschrieben. Die Schnellsten werden kurz vom 12 Uhr im Foyer der Turnhalle Bannegg geehrt, dort befindet sich auch eine kleine Festwirtschaft.

Heimrennen hinter der Theke

Apropos Festwirtschaft: Verantwortlich dafür zeichnet die Waltenschwilerin Gisela Koch-Heimann. Sie präsidierte in früheren Jahren die Aargauer Sektion des SVMLT. «Gisela fährt nicht mit, sie schaut hinter den Kulissen, dass alle genug zu essen und zu trinken haben», schmunzelt Riedwyl.

Seinen Start angekündigt hat hingegen der amtierende Schweizer Militärrad-Meister, der Ostschweizer Adrian Schläpfer. Der Thurgauer gilt neben dem Remetschwiler Tobias Brutschi in Waltenschwil als ganz heisser Kandidat auf den Tagessieg. Auch in den Sattel steigen wird am Samstag voraussichtlich Pius Zimmermann. Der Fislisbacher feierte im vergangenen Dezember seinen 80. Geburtstag (!) und ist immer noch topfit.