Muri

Mikroverunreinigungen aus Bünz filtern: ARA wird für 4,5 Millionen saniert

Die Bünz bleibt Vorfluter für das gereinigte Abwasser, dank Einbau einer Mikroverunreinigungsstufe in der ARA Muri.

Die Bünz bleibt Vorfluter für das gereinigte Abwasser, dank Einbau einer Mikroverunreinigungsstufe in der ARA Muri.

Die Abwasserreinigungsanlage von Muri muss aufgerüstet werden. Damit das gereinigte Abwasser den gesetzlichen Vorschriften entsprechend weiter genutzt werden darf, gibt es zwei Möglichkeiten, mit den Mikroverunreinigungen umzugehen: Entweder leitet man das in der ARA gereinigte Wasser über eine 5,2 Kilometer lange Leitung in die Reuss und verdünnt es so. Oder aber man baut eine entsprechenden Reinigungsstufe in der ARA ein. Der Gemeinderat Muri hat sich für Letzteres entschieden. «Diese Lösung ist ökologisch besser, und wir entziehen der Bünz kein Wasser, was gerade in einer trockenen Sommerzeit wichtig ist», stellt Vizepräsidentin Milly Stöckli fest. Mit der neuen Reinigungsstufe darf als Vorfluter weiterhin die Bünz genutzt werden. Die Investitionskosten sind bei beiden Varianten praktisch identisch, die Jahreskosten für die Mikroverunreinigungsstufe sogar 90'000 Franken günstiger.

Mikroverunreinigungen finden sich in zahlreichen Produkten des täglichen Lebens, etwa in Medikamenten, Reinigungsmitteln oder Kosmetika, aber auch in Pflanzenschutzmitteln und industriellen Erzeugnissen. Diese werden ohne entsprechende Reinigungsstufe nicht eliminiert und gelangen über gereinigtes Abwasser in die Gewässer. Mit der Einleitung in einen grossen Vorfluter wie die Reuss würde die ARA Muri zwar die Vorgaben, wie sie das Gewässerschutzgesetz und die Gewässerschutzverordnung des Bundes machen, erfüllen. Aber diese Variante würde einzig zu einer besseren Verdünnung des gereinigten Abwassers führen, jedoch nicht zur Verringerung der Mikroverunreinigungen.

Einfache Verlegung

«Die 5,2 Kilometer lange Leitung in die Reuss zu erstellen, wäre technisch problemlos möglich», stellt Stöckli fest. Mit Geländebohrungen würden die Anwohner und auch die Natur und Umwelt nicht gross gestört, auch die Unterquerung von stark befahrenen Hauptstrassen könnte ohne komplexes Verkehrsmanagement bewerkstelligt werden. Allerdings würde die Leitung durch zahlreiche Parzellen führen. Der Landerwerb und die Eintragung von Servituten wäre dabei sehr umfangreich und könnte sich über einen langen Zeitraum erstrecken. Dies wiederum hätte einen grossen Einfluss auf die Planungssicherheit und den Zeitpunkt der Inbetriebnahme. Und: Die Leitung in die Reuss würde der Bünz das entsprechende Wasser entziehen. «Das könnte im schlimmsten Fall bis zu einer Trockenlegung der Bünz in einem heissen Sommer führen», unterstreicht Stöckli. Mit der Realisierung einer Reinigungsstufe für Mikroverunreinigungen bleibt die Bünz auch im Sommer wasserführend, was einen klaren Vorteil für den lokalen Gewässerschutz darstelle. Auch die Kantonale Fachstelle des Departements Bau, Verkehr und Umwelt favorisiert die Variante Mikroverunreinigungsstufe.

Deshalb hat der Gemeinderat dem Einbau einer Mikroverunreinigungsstufe den Vorzug gegeben. Geholfen hat sicher, dass, im Gegensatz zu ersten Annahmen, die Investitionskosten für diese Stufe mit 4,5 Mio. Franken nicht höher sind als der Leitungsbau in die Reuss. Bei beiden Varianten gibt es Bundessubventionen, 3 Millionen für die Ableitung, 3,2 Millionen Franken für die neue Stufe. Die Nettoinvestitionskosten sind mit 1,3 Mio. Franken für die gewählte Variante rund 300 000 Franken tiefer. Kommt hinzu, dass bei einer Ableitung des Wassers in die Reuss bis 2040 jährlich 90 000 Franken Abwasserabgabe zu leisten wären. So zeigen sich die Jahreskosten für die Mikroverunreinigungsstufe mit 181 800 Franken ebenfalls tiefer als diejenigen für die Ableitung in die Reuss mit 269 710 Franken.

Beide Varianten führen zu einer Erhöhung der Betriebskosten der Kläranlage Muri, hält der Gemeinderat weiter fest. Der notwendige Bau- und Verpflichtungskredit wird der Einwohnergemeindeversammlung am 27. Juni zur Beschlussfassung vorgelegt.

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