Wohlen

Migrationshintergrund: Diese Peacemaker machen den Pausenplatz friedlicher

Diese elf Peacemaker der Bünzmattschule Wohlen standen das ganze Schuljahr im Einsatz. Oben (von links): Leonora Kqira, Alma Jasari , Siria De Rosa, Flaka Zita, Antigona Krasniqi, Drita Nuhija, Jasmin Willi. Unten: Batuhan Kocal, Kadir Jukic, Argjend Krasniqi, Ardhmir Krasniqi. ZVG

Diese elf Peacemaker der Bünzmattschule Wohlen standen das ganze Schuljahr im Einsatz. Oben (von links): Leonora Kqira, Alma Jasari , Siria De Rosa, Flaka Zita, Antigona Krasniqi, Drita Nuhija, Jasmin Willi. Unten: Batuhan Kocal, Kadir Jukic, Argjend Krasniqi, Ardhmir Krasniqi. ZVG

Das Schuljahr 2012/2013 war auch das Jahr der Peacemaker. An den Bünzmattschulen sorgten elf Oberstufenschüler mit Erfolg für mehr gegenseitigen Respekt und weniger Rangeleien, wie der Schulsozialarbeiter Oguz Sagra berichtet.

Der Wohler Schulsozialarbeiter Oguz Sagra findet: «Es ist doch sehr beeindruckend, dass sich ausgerechnet elf Schüler mit Migrationshintergrund, davon acht Muslime, freiwillig und in ihrer Freizeit als Peacemaker engagieren und sich für mehr Frieden auf dem Pausenplatz einsetzen.»

Anfang Schuljahr hat Sagra die Friedensmacher-Jobs an den Bünzmattschulen ausgeschrieben. 17 Jugendliche meldeten sich daraufhin. Die Schulsozialarbeit wählte die besten aus und bereitete sie auf die Aufgabe vor.

«Wir haben die Peacemaker in ihrer Freizeit intensiv im Streit schlichten geschult», so Sagra. «Wir haben nicht zwingend die brävsten Schüler ausgewählt, sondern solche mit Ausstrahlung, Durchsetzungsvermögen und Charisma.»

Schulleiter: «Etwas sehr Positives»

In Zweier- und Dreiergruppen waren die Peacemaker das ganze Schuljahr über im Einsatz. Oft begleitete sie ein Lehrer oder Schulsozialarbeiter auf ihren Rundgängen, manchmal waren sie aber auch auf sich allein gestellt.

Gerade in den Pausen und nach der Schule hatten die Peacemaker ein wachsames Auge auf die Mitschüler und boten bei aufkeimenden Streitigkeiten ihre Hilfe an.

«Aus den Reihen der Bünzmattschüler ist zu hören, dass dies eines der ruhigsten Schuljahre war bisher. Das hat schon auch mit den Peacemakern zu tun, die sehr gute Arbeit geleistet haben», sagt Sagra.

Seiner Meinung nach geht es an den Bünzmattschulen sowieso «weit weniger grob zu und her», wie gemeinhin erzählt wird. «Die Bünzmattschulen haben einfach einen viel zu schlechten Ruf», meint der Schulsozialarbeiter.

Dieser Meinung ist auch Schulleiter Rolf Stadler. «Es gibt eine grosse Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung innerhalb der Schule und der Wahrnehmung von aussen», so Stadler. Das Peacemaker-Projekt findet er selber «etwas sehr Positives.

Es wäre schön, wenn der Geist dieser Schüler, sich auf andere ausweiten würde», so der Leiter der Bünzmatt-Schulen.

Die Friedensmission geht weiter

Schulleiter Stadler hat im Verlauf des Jahres mit den Peacemakern gesprochen. «Das eine oder andere Mal mussten sie ihren Mut schon zusammennehmen.» Es sei auch klar, dass die Schüler bei heftigen Streitereien an ihre Grenzen stossen.

«Wenn zwei Oberstufenschüler aufeinander losgehen, muss man auch als Erwachsener überlegen, wie man vorgeht», so Stadler. In den letzten zwei, drei Jahren sei es in den Bünzmatt ruhiger geworden.

Bedarf an Friedensstiftern wird es laut Stadler aber immer geben. Kleinere Streitigkeiten kommen auf jedem Pausenplatz vor.

Das Projekt Peacemaker wird nächstes Schuljahr fortgesetzt. Die Gruppe wird in leicht veränderter Formation weiterhin versuchen, den Schulhof friedlicher zu machen.

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