Seit bald 18 Jahren sitzt Michel Christen im Gemeinderat von Waltenschwil – in den vergangenen acht Jahren als Gemeindeammann. Nun neigt sich die lokalpolitische Ära Christen dem Ende entgegen. Der 62-Jährige tritt per 31. Dezember von seinem Amt zurück, wie die Gemeinde Waltenschwil mitteilt.

Mit Bedauern habe der Gemeinderat von dieser Demission Kenntnis genommen und «dankt Michel Christen ganz herzlich für seinen langjährigen und gewissenhaften Einsatz im Dienste der Gemeinde».

«Ich bin ein wenig verbraucht», begründet Michel Christen auf Anfrage seinen Rückzug aus der Politik. Und ergänzt mit einem Lachen: «Ich spüre, dass ich nicht mehr zwanzig Jahre alt bin.» Zudem, so betont er, sei es an der Zeit, Platz für eine neue Kraft im Gemeinderat zu machen.

«Gemeinde ist gut aufgestellt»

Der Entscheid reifte bei ihm Ende Jahr, als er für sich persönlich eine Standortbestimmung machte. Nach einer darauffolgenden Bedenkzeit war Christen überzeugt, dass der Entscheid richtig ist. «Auch der Zeitpunkt passt», führt er im Gespräch aus. «Waltenschwil, der Gemeinderat wie auch die Verwaltung sind gut aufgestellt. So kann ich mein Amt mit einem guten Gefühl meinem Nachfolger oder meiner Nachfolgerin übergeben.»

Nach seinem Rücktritt aus dem Gemeinderat will Christen kein politisches Amt mehr übernehmen. Vielmehr freut er sich, dass er seine Freizeit zukünftig flexibler gestalten kann, wie er sagt.

Die Gemeinde hat die Ersatzwahl für das neue Mitglied des Gemeinderats und das Amt als Gemeindeammann auf Sonntag, 20. Oktober, angesetzt. Wahlvorschläge können bis spätestens zum 6. September bei der Gemeindekanzlei in Waltenschwil eingereicht werden. Die angemeldeten Kandidaten werden mit der Zustellung des Stimmmaterials schriftlich bekannt gegeben.

Darunter wird vermutlich auch der Name Simon Zubler auftauchen, wie Christen verriet. Sein derzeitiger Vize würde stark damit liebäugeln, für das Amt als Ammann zu kandidieren. Simon Zubler wäre für Christen die persönliche Wunschlösung, wie der abtretende Gemeindeammann unumwunden zugibt.

«Es würde mich ausserordentlich freuen, wenn er gewählt würde.» Bis Ende Jahr wird aber noch Christen die Geschicke der Gemeinde Waltenschwil leiten. Die politikfreie Zeit beginnt für ihn in acht Monaten. Zum ersten Mal seit seiner Wahl in die Baukommission. Und das war immerhin vor 26 Jahren.