Bezirksgericht Bremgarten

Messerattacke in Boswil: Angreifer spricht von Notwehr – Zeugen behaupten das Gegenteil

Bremgarten: Prozess gegen 20-jährigen Messerstecher lanciert

Prozess gegen 20-jährigen Messerstecher lanciert

Im letzten Herbst ging in Boswil ein Mann mit einem Messer auf seinen Mitbewohner los. Nur durch Glück kam das Opfer ohne lebensbedrohliche Verletzungen davon. Heute startete in Bremgarten der Gerichtsprozess in der Angelegenheit.

Vor einem Jahr ist ein Streit zwischen zwei Männern in Boswil eskaliert. Dabei wurde der 22-jährige Schweizer Benji R. von seinem Mitbewohner mit einem Steakmesser angegriffen und verletzt. Der heute 20-jährige Schweizer mit tschechischen Wurzeln flüchtete nach der Tat, konnte dann aber zwei Wochen später in Wohlen festgenommen werden.

Jetzt steht der Messerangreifer in Bremgarten vor Gericht. Er bestreitet die Tat, plädiert auf unschuldig, vom Bezirksgericht fordert er gar einen vollumfänglichen Freispruch. 

Attacke hätte tödlich ausgehen können

Die Staatsanwaltschaft hingegen fordert zwei Jahre Gefängnis unbedingt, weil die Attacke viel schlimmer hätte ausgehen können. Kurz nach der Tat zeigte Benji R. Tele M1 seine Wunden: «Ich hatte einen Schock. Zum Glück hat er nur die Schulter erwischt. Eine sechs Zentimeter tiefe Wunde. Ich hatte Glück, dass es keine Sehne war.»

22-Jähriger in Boswil von Mitbewohner niedergestochen

Nach einem eskalierten Streit landet Benji R. in der Notaufnahme und die Sondereinheit Argus muss anrücken.

Staatsanwalt Markus Moser bestätigt das gegenüber dem Nachrichtensender: «Da gehen alle Arterien vorbei, das Institut für Rechtsmedizin hat auch gesagt, dass die Schlagader knapp verfehlt wurde. Es hätte tödlich enden können.»

Es soll ein weiteres Opfer geben

Die Messerattacke ist kein Einzelfall, der Angeklagte soll auch einen 32-Jährigen attackiert haben. Mit einer Whiskeyflasche habe der 20-Jährige in Wohlen auf das Opfer eingeschlagen. Auch das streitet der Angeklagte ab – die Anklage läuft noch.

Die Messerattacke gegen seinen Mitbewohner soll laut Verteidigung Notwehr gewesen sein. Staatsanwalt Moser spricht von einer Schutzbehauptung: «In beiden fällen gibt es Zeugen, die den Vorfall schildern können und diesen ganz anders darstellen als der Angeklagte.» Wann das Urteil gefällt wird, ist noch unklar. 

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