Merenschwand
Ja zum 5,5-Millionen-Kredit: Vier der fünf neuen Häuser im Zentrum Benzenschwil gehören jetzt den Ortsbürgern

An einer ausserordentlichen Versammlung hat die Ortsbürgergemeinde Merenschwand über einen Kredit von 5,5 Mio. Franken entschieden. Damit soll ein weiteres Mehrfamilienhaus auf der neuerworbenen Parzelle im Dorfteil Benzenschwil gebaut werden.

Melanie Burgener
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An einer ausserordentlichen Versammlung stimmten die Ortsbürger Merenschwand dem Kredit von 5,5 Mio. Franken für die Arealüberbauung Zentrum Benzenschwil zu.

An einer ausserordentlichen Versammlung stimmten die Ortsbürger Merenschwand dem Kredit von 5,5 Mio. Franken für die Arealüberbauung Zentrum Benzenschwil zu.

Melanie Burgener

In knapp 40 Minuten waren alle Geschäfte erledigt. Und das, obwohl es um viel Geld ging. Anlass der ausserordentlichen Versammlung, an der am Mittwochabend 21 Ortsbürger teilnahmen, war eine Wendung im Projekt Arealüberbauung Zentrum Benzenschwil. Diese verlangte einen neuen Ausführungsbeschluss und die Zustimmung für einen Kredit von 5,5 Mio. Franken für ein neues Mehrfamilienhaus.

Das geplante Wohnquartier im Merenschwander Dorfteil Benzenschwil soll fünf Mehrfamilienhäuser mit 36 Wohnungen und einer gemeinsamen Tiefgarage umfassen. Dass dieses Projekt realisiert werden kann, ist längst beschlossen.

Die Baubewilligung dafür hat der Gemeinderat Ende Mai 2020 ausgesprochen, die Abbrucharbeiten haben bereits begonnen. Doch forderte ein überraschender Rücktritt zweier Privateigentümer sofortige Änderungen.

Ortsbürgergemeinde kann nun als Haupteigentümerin auftreten

Bis anhin gehörten drei dieser fünf Parzellen der Ortsbürgergemeinde, die restlichen waren im Besitz von Privateigentümern. Sie alle haben 2019 eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, in der unter anderem das Bewilligungsverfahren, die Grundstücksgrenzen und die Finanzierung geregelt sind. Die Gesamtkosten wurden damals auf 13,615 Mio. Franken geschätzt. Der Anteil der Ortsbürger sollte rund 8,5 Mio. Franken betragen.

Im vergangenen Frühling sind zwei Privateigentümer, die gemeinsame Besitzer eines Grundstücks waren, von dieser Absichtserklärung zurückgetreten und boten ihre Parzelle den Ortsbürgern an. «Es war nicht günstig, aber eine gute Chance, um als Haupteigentümerin aufzutreten», erklärte Gemeindeammann Hannes Küng die Entscheidung, das Grundstück zu erwerben.

Die Überbauung wird rund 3,5 Mio. Franken teurer als geplant

Die Erstellungskosten für die gesamte Überbauung sind unterdessen auf 17,161 Mio. Franken angestiegen. Die Tiefgarage wird grösser und das Ausheben der Baugrube schwieriger als geplant. «Man muss die Grube mit Spundwänden sichern und den hohen Grundwasserspiegel senken. Sonst riskiert man einen Grundbruch, wodurch die Bahnlinie beschädigt werden könnte», sagte Küng.

Für das geplante Mehrfamilienhaus auf dieser Parzelle stimmten die Ortsbürger am Mittwoch dem Verpflichtungskredit von 5,5 Mio. Franken einstimmig zu. Dadurch verfügt die Ortsbürgergemeinde nun über einen Anteil von 88,7 Prozent des Projekts.

Zum Schluss bemängelte der aktuell als Gemeindeammann kandidierende Fabian Brun, dass auf keinem der Mehrfamilienhäuser eine Solaranlage geplant sei. Er stellte den Antrag, der Gemeinderat solle das überprüfen und an einer nächsten Versammlung zur Abstimmung bringen. Sein Antrag wurde mit 19 Ja-Stimmen angenommen.

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