Merenschwand
Gruselige Museumsnacht: Im Postlonzihus gab es passend zur Jahreszeit schaurige Geschichten

Grenzüberschreitungen machten Irene Briner und Christian Breitschmid zum Thema des Geschichtenabends «Nachts im Museum». Sie erzählten von einer Handmühle, die nicht mehr zu mahlen aufhörte und wie ein Landwirt aus der Hölle entkam.

Verena Schmidtke
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Irene Briner erzählte lebhaft den Kindern schaurige Geschichten im Postlonzihus.

Irene Briner erzählte lebhaft den Kindern schaurige Geschichten im Postlonzihus.

Bild: Verena Schmidtke/ «Aargauer Zeitung»

Am Samstagabend zogen Irene Briner und Christian Breitschmid im Merenschwander Postlonzihus ihr Publikum mit Sagen und Erzählungen passend zur dunklen Jahreszeit in ihren Bann. Dem einen oder anderen wird zuweilen ein Schauer über den Rücken gelaufen sein.

Ganz still war es im Raum mit dem Amboss und den Gerätschaften einer alten Schmiede. Gespannt warteten die jungen und älteren Zuhörenden darauf, wie die Geschichte mit der besonderen Handmühle aus der Hölle, die alles mahlen kann, was sich ihr Besitzer wünscht, wohl weitergehen mag. «Leider hat der Salzhändler beim Kauf der Mühle nicht gefragt, was er sagen muss, damit die sie aufhört zu mahlen», schilderte Irene Briner die Sage.

Grenzüberschreitungen für den Geschichtenabend

Die Tage um Allerheiligen und Allerseelen seien besondere Tage, heisst es, da soll die Grenze zwischen Diesseits und Jenseits recht dünn sein. Passend dazu hatten sich die Erzählerin Irene Briner und der Journalist Christian Breitschmid Grenzüberschreitungen als übergreifendes Thema für den Geschichtenabend «Nachts im Museum» überlegt. «Am ersten Part sind viele Kinder dabei», erläuterte Irene Briner lächelnd das Programm und fügte hinzu:

«Da gibt es Geschichten von Sürmeln zu hören. Die bewegen sich oft ausserhalb der Norm und sind ziemlich frech, aber noch nicht allzu gruselig.»

André Käppeli von der Kulturkommission Merenschwand zum Anlass: «Wir hatten schon 2017 eine Erzählnacht und die war sehr erfolgreich. Das wollten wir gern wiederholen.» In unterschiedlichen Räumen des Museums würden die beiden Erzählenden ihre Geschichten präsentieren und dazu sicher einige Gegenstände miteinbeziehen.

Dem Teufel ein Schnippchen geschlagen

Die Zuhörerinnen und Zuhörer klebten Christian Breitschmid an den Lippen.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer klebten Christian Breitschmid an den Lippen.

Bild: Verena Schmidtke/ «Aargauer Zeitung»

Der erste Teil führte alle in eine alte Schmiede. Was die denn mit der Hölle zu tun habe, fragte Irene Briner die Anwesenden. «Glut und Feuer», rief ein Junge. «Genau», bestätigte Christian Breitschmid, «ausserdem war in einer Schmiede durch den Russ alles schwarz, genau wie in der Hölle.» Damit war die Einleitung zur ersten Sage perfekt. Aufmerksam lauschten bald darauf Kinder und Erwachsene, als die Erzählerin anschaulich von einem Bauern aus Villmergen berichtete. Ihm gelang es mit einem verzauberten Erbsenmus, dem Teufel ein Schnippchen zu schlagen und so aus der Hölle zu entkommen.

Gebannt von solch schaurig-schönen Geschichten wollten nun alle noch eine weitere hören. Also entführte sie Irene Briner nach Norwegen, dort erwarb ein zu Schiff reisender Salzhändler die schon erwähnte Handmühle aus der Hölle. Salz sollte sie für ihn mahlen – und das tat sie auch, aber der Händler wusste nicht, wie er sie zum Aufhören bringen könnte. Also mahlte die kleine Mühle immer und immer mehr Salz, sodass das Schiff des Händlers immer schwerer wurde und schliesslich mit Mann und Maus im Meer versank. «Auf dem Meeresgrund mahlt die Handmühle weiter», führte die Erzählerin die Sage zu Ende, «und deswegen ist das Meerwasser bis heute salzig.»

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