Die Frauen aus Meisterschwanden stiessen Walter Dubler kurzerhand in den Grasbogen, den die Meitli nach St. Gallen mitgebracht hatten.

Dubler widerfuhr damit, was Jahr für Jahr im Januar ausgewählten Männern in den Seetaler Gemeinden Fahrwangen und Meisterschwanden passiert: Sie werden von den Meitli singend im Graskorb herumgetragen, durchgeschüttelt und in die Luft geworfen. Den Frauen entrinnt nur, wer ihnen eine Runde zahlt, so will es die Tradition. In St. Gallen wurde Walter Dublers Portemonnaie jedoch verschont.

Walter Dubler an der Olma

Warum wählten die Meitli ausgerechnet Walter Dubler? «Wenn einer so aussieht, als können wir ihn nehmen, nehmen wir ihn», sagt Esther Riedo von der Meisterschwander Meitlisonntags-Vereinigung.

Wichtigstes Kriterium: «Er darf nicht mehr als 150 Kilo wiegen». Walter Dubler sei den Meitli natürlich besonders ins Auge gestochen. «Viele von uns kennen ihn – persönlich, vom Sehen her oder beruflich.»

Riedo verriet: «Einige unserer Meitli arbeiten im Wohler Gemeindehaus.» Walter Dubler sei zudem im gleichen Zug wie die Seetaler Frauen nach St. Gallen an die Olma gefahren.

Die Wahl Dublers sei jedoch nicht politisch. «Nach Walter Dubler haben wir Regierungsrat Alex Hürzeler eingefangen», erzählt Riedo. Der grösste Fisch ging ihnen jedoch nicht ins Netz: Landammann Urs Hofmann. «Den hätten wir schon auch gerne gefangen», sagt Riedo.