Ringen
Meisterschaftskampf zwischen Freiamt und Willisau endet mit 18:18

Das «ewige» Duell der Ringerhochburgen Freiamt und Willisau hat bei der jüngsten Auflage in Muri keinen Sieger hervorgebracht. Der Meisterschaftskampf endete 18:18.

Wolfgang Rytz
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Freiamts Internationaler Randy Vock (unten) wirbelte den Willisauer Lukas Bossert jäh durch die Luft und siegte 16:0. Wolfgang Rytz

Freiamts Internationaler Randy Vock (unten) wirbelte den Willisauer Lukas Bossert jäh durch die Luft und siegte 16:0. Wolfgang Rytz

Wolfgang Rytz

«Dieses Unentschieden ist wie eine Niederlage», beschrieb Freiamts Cheftrainer Adi Bucher seine Gefühlslage. Derweil feierten die mitgereisten Willisauer Anhänger lautstark ihre Athleten, die in der Schlussphase einen Fünfpunkte-Rückstand wettgemacht hatten.

Die 450 Zuschauer in der Bachmattenhalle Muri erlebten einen Ringermatch mit allem, was zu einem Mannschaftsduell gehören: spannende Fights, wechselnde Führungen, umstrittene Kampfrichterentscheide, Diskussionen, Stimmungsschwankungen. Wohl meinte Bucher, dass sein Team diesen sechsten von zehn Qualifikationskämpfen der Nationalliga A hätte gewinnen müssen. Nach dem Abwägen der zweimal zehn Ringer präsentierte sich auf dem Papier aber ein leichter Vorteil für die Luzerner Hinterländer.

Weil Freiamt die vier Mattenduelle der unteren Gewichtsklassen gewann und Willisau die oberen vier, wechselte der Siegesjubel hin und her. Nach Freiamts 15:10-Führung zerzauste Jonas Bossert Jayan Göcmen innert 161 Sekunden 15:0 und brachte die Spannung zurück. Die Entscheidung fiel in den letzten zwei Fights bis 74 kg. Im Greco-Duell bot sich Freiamts Teamleader Pascal Strebel ein erster «Matchball». Hätte er Roger Heiniger wie in der Vorrunde ausgepunktet, wäre der Teamsieg festgestanden. Doch Heiniger agierte ultradefensiv und profitierte von der Gnade des Kampfrichters. Strebel ermüdete und musste sich mit drei Mannschaftspunkten begnügen. Damit ging Freiamt «nur» mit 18:14 in Führung. Im abschliessenden Juniorenduell erreichte Willisaus Talent Tobias Portmann gegen den unglücklich agierenden Marc Schärer innert 5:04 Minuten die nötigen 15 Mattenpunkte. Der letzte Freiämter Kämpfer kam einer rettenden Wertung nahe, konnte aber den Ausgleich der Gäste knapp nicht verhindern.

Willisaus Trainer Thomas Bucheli sprach von einem «gerechten» Schlussresultat. Adi Bucher haderte: «Mit dieser Aufstellung hätten wir gewinnen müssen. Wir verschenkten zu viele Teampunkte.» Er ärgerte sich gleichermassen über den Unparteiischen wie über verpatzte Chancen seiner Ringer. Die beiden Teams werden wohl im Halbfinal wieder aufeinandertreffen.