Bettwil
Meierelektro AG setzt auf Elektromotoren – für die Firma soll sich das rentieren

Kurt Meier, Geschäftsführer der Meierelektro AG in Bettwil, rüstete bereits einen Drittel des Autoparks seiner Firma auf Elektroautos um.

Simon Kuhn
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Kurt Meier steht neben seinem neusten Kauf (links) und demonstriert das Laden.

Kurt Meier steht neben seinem neusten Kauf (links) und demonstriert das Laden.

CH Media

Autos mit Elektroantrieb haben in den letzten Jahren stark an Popularität gewonnen. Dies durch Marken wie Tesla, aber auch durch die andauernde Klimadebatte. Manche sehen in den E-Autos eher eine Zukunftsvision als eine Alternative.

Wie umweltfreundlich sie wirklich sind, ist ein umstrittenes Thema. Kurt Meier, Geschäftsführer der Meierelektro AG Bettwil, ist sich sicher, dass sich Elektroautos ökonomisch und ökologisch für die Firma rentieren.

Der Autopark umfasst bereits elf Elektroautos

«Vor zweieinhalb Jahren haben wir mit der Umrüstung auf Elektroautos begonnen», erzählt Meier. Seit dem Start 2017 umfasst der Autopark des Elektrogeschäfts nun schon elf Elektroautos, zwei weitere sind bereits bestellt.

Von den insgesamt 30 Autos, die das Elektrogeschäft besitzt, macht dies bereits über einen Drittel aus. Die neuste Anschaffung, ein Jac e-S2, kam vorletzte Woche an. Auf eine bestimmte Automarke setzt die Firma nicht. «Das hat verschiedene Gründe», erklärt Meier.

«Zum einen haben wir mehrere Garagen, mit denen wir zusammenarbeiten, zum anderen ist die Verfügbarkeit von E-Autos sehr begrenzt und auch die Lieferfristen sind lange.» Dazu komme, dass die verschiedenen Autos den Bedürfnissen seiner Mitarbeiter entsprechen müssen. Manche haben mehr Ladefläche, während andere weitere Distanzen zurücklegen können.

Elektrisch unterwegs zu sein, hat einige Vorteile

«Die E-Autos haben natürlich auch einen kleinen Werbeeffekt für die Firma», sagt Meier. Es handle sich immerhin um ein Elektrogeschäft, und Installationen von Ladestationen sind Bestandteil ihres Angebots. Der einzige Grund für die Umstellung sei dies aber sicher nicht.

Meier sagt: «Die Anschaffung ist zwar teurer als bei Benzinern, aber man hat dafür deutlich weniger Unterhaltskosten, wesentlich weniger Reparaturen und «auch die Versorgung mit Strom ist um einiges billiger als mit Benzin. Jährlich können wir so etwa 2000 Franken pro Modell einsparen.»

Dazu komme, dass ein Teil des Stroms direkt von der Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Firma gewonnen wird. «Wir sind hier in der höchstgelegenen Gemeinde des Aargaus. Unsere Solarzellen können dies voll ausschöpfen.»

Auch E-Autos haben Nachteile

Ausserdem ist ein Elektroantrieb effizienter als ein Verbrennungsmotor. «Das Drehmoment wird voll ausgenutzt und die Beschleunigung von 0 auf 100 ist bemerkenswert», sagt Meier.

Natürlich haben aber auch E-Autos ihre Nachteile. «Die Anschaffung der Autos ist teurer und die Reichweite der Akkus ist geringer als bei einem Tank», sagt Meier. Letzteres stelle aber kein Problem dar.

Mit einem guten Management und ein wenig Flexibilität lasse sich dies pro­blemlos handhaben. «Die Reichweite der Akkus liegt zwischen 100 und 400 Kilometern. Meistens werden sie bei rund 40 Prozent wieder geladen, damit zu Bürozeiten die Fahrzeuge immer einsatzbereit sind.»

Langfristig umweltschonender als ein Benziner

Ein schwieriges Thema ist die Umweltfreundlichkeit der Elektroautos, da die Herstellung der Akkus sehr umweltbelastend ist. Dennoch bevorzugt Meier die elektrische Lösung gegenüber dem Verbrennungsmotor.

«Es ist zwar ein schwieriges Thema», sagt er. «Aber über die ganze Lebensdauer eines Autos sind elektrische Motoren sicher umweltschonender. Bei unseren Autos ist dies nach rund 40000 Kilometern der Fall.»

Kurt Meier ist der Meinung, dass die Verbrennung fossiler Treibstoffe in Zukunft eine kleinere Rolle spielen werde und der Elektromotor grosses Potenzial habe. Er ist davon überzeugt, dass in den E-Autos die Zukunft liegt. «Es wird für die Leute eine Umstellung sein, aber ein Wechsel wird stattfinden.»