Zufikon
Mehrverkehr ruft Interessengemeinschaft auf den Plan

Der Verkehr auf der Stiefelstrasse hat deutlicher als erwartet zugenommen. In eine Interessengemeinschaft wehren sich die Anwohner gegen diese Entwicklung.

Lukas Schumacher
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Die Stiefelstrasse wird im Durchschnitt täglich von 3120 Fahrzeugen befahren – und sie verstossen damit gegen keine Verkehrsvorschriften.SL/Archiv

Die Stiefelstrasse wird im Durchschnitt täglich von 3120 Fahrzeugen befahren – und sie verstossen damit gegen keine Verkehrsvorschriften.SL/Archiv

Dienstag, 17.15 Uhr auf der Stiefelstrasse Zufikon: Es herrscht reger Stossverkehr. In Form kleiner Blechlawinen bewegt sich der Autoverkehr die Strasse hinauf und hinunter. Die baulichen Verengungen auf der Stiefelstrasse haben zwar eine Abbrems- und Sicherheitswirkung, sie zeitigen aber offensichtlich keinen abschreckenden Effekt. Niemand umfährt die Stiefelstrasse wegen der sanften Fahrbahnverengungen.

IG verlangt Gegenmassnahmen

«Der Verkehr auf der Stiefelstrasse nimmt ständig zu, so kann es nicht weitergehen», sagt Anwohner Wilfried Fink. Fink, der frühere Direktor der Bremgarten-Dietikon-Bahn (BD), bewohnt eine der 12 Liegenschaften bei der Stiefelstrasse. Gemeinsam mit zwei weiteren Anwohnern will sich Fink in der Interessengemeinschaft (IG) Stiefelstrasse «mit allen
legalen Mitteln» gegen den Mehrverkehr zur Wehr setzen. Die IG fordert eine Besprechung mit einer Delega-tion des Gemeinderats Zufikon.

Aus Sicht der IG sollten dringend Massnahmen ergriffen werden. Fink: «Der Schleichverkehr aus den Kellerämter Gemeinden muss zügig weg. Man sollte ihn auf die kantonale Hauptverbindungsroute durch Bremgarten verweisen.» Zudem müsse etwas unternommen werden gegen die GPS-Anzeigen in den Autos, denn die Stiefelstrasse sei in GPS-Geräten als Ausweichroute aufgeführt. Das ziehe die Autofahrer förmlich an.

«Schwellen werden keine gebaut»

Was soll und kann der Gemeinderat Zufikon gegen den Mehrverkehr unternehmen? Gemeindeammann Christian Baumann: «Wenn es ein griffiges Sofortrezept gäbe, würden wir es umsetzen.» Nicht zur Diskus-sion stünden Schwellen und weiterreichende bauliche Massnahmen, die den Verkehrsfluss auf der Stiefelstrasse hemmen und die Immissionen für die Anwohner verstärken würden. Tatsache sei, dass die Zu- und Wegfahrt über die Stiefelstrasse den teils sehr stark belasteten Bibenlos-Verkehrsknoten in Bremgarten etwas entlaste. Dies sei im Zug des Sädelausbaus durch den Kanton Aargau durchaus beabsichtigt gewesen. «Allerdings hat niemand geahnt, dass das Verkehrsaufkommen auf der Stiefelstrasse so markant wächst.»

Lärm-Grenzwerte eingehalten

Bei der Diskussion um den Mehrverkehr darf laut Christian Baumann ein wichtiger Punkt nicht vergessen werden: «Die kantonalen Lärm-
messungen zeigten, dass die Grenzwerte bei fast allen Gebäuden an der Stiefelstrasse teilweise sehr deutlich unterschritten werden.» Lediglich bei zwei Liegenschaften hätten minime Grenzwertüberschreitungen resultiert. Hier könne man den Schallschutz mit Dreifachverglasungen der Fenster deutlich verbessern. Im Weiteren sei festzuhalten, dass ein schöner Teil des Verkehrs auf der Stiefelstrasse hausgemachter Quellverkehr aus Zufikon sei.

Kürzlich leitete der Gemeinderat eine Signalisationsänderung ein, die im Mai greifen dürfte: ein Lastwagenfahrverbot bei der Einmündung der Stiefelstrasse in die Unterdorfstrasse. Lastwagen auf Zubringerdienstfahrt sollen die Stiefelstrasse fortan nur noch talwärts ab dem Zufikerrank befahren dürfen, jedoch nicht mehr bergwärts von der Unterdorfstrasse her. Wie viel diese kleine Massnahme bringt, bleibt abzuwarten.