Dottikon

Mehr Zeit für Frau und Töff nach 22 Jahren Tiefbauamt

Stefan Wietlisbach gönnt sich nach zwei Jahrzehnten Gemeinderatsarbeit mehr Zeit mit der Familie.

Stefan Wietlisbach gönnt sich nach zwei Jahrzehnten Gemeinderatsarbeit mehr Zeit mit der Familie.

Dottikons Vizeammann Stefan Wietlisbach stellt sich im Herbst nach 22 Jahren im Gemeinderat nicht mehr zur Wiederwahl. Ein Macher tritt ab. Er freut sich auf seine Zukunft und verspricht, dass er nach wie vor in Dottikon zu sehen sein wird.

Stefan Wietlisbach steht für Dottikon wie kaum ein Zweiter. Er ist in Dottikon aufgewachsen, hat in Dottikon sein Leben verbracht, ist Dottiker Ortsbürger, besser gesagt deren Vorsteher, wohnt auf dem Dottiker «Hübel», führt zwei Betriebe in Dottikon und steht das 22. Jahr im Dienst der Dottiker Einwohnergemeinde.

Fleissiger Strassensanierer

1989 wurde er vom damaligen Gemeinderat angefragt, ob er das Amt übernehmen möchte. Wietlisbach hat akzeptiert, obwohl seine Kinder gerade vier und fünf Jahre alt waren. «Ich bin kein Ferientyp», meint er dazu, «ich bin sehr gerne hier in Dottikon.» Wietlisbach macht es nichts aus, auch dann noch zu arbeiten, wenn andere längst Feierabend haben. Und das muss er. Neben seinen beiden Firmen Brütec AG und Enlog AG führt er intensive Gemeinderessorts wie Ortsbürger und Tiefbau.

In 22 Jahren scheiterte er an der Gemeindeversammlung nur mit einem einzigen Geschäft: Die Dottiker wollten nicht mit den Hägglinger Schützen fusionieren. «Schnee von gestern», meint Wietlisbach dazu.

Vom Haar in der Suppe einmal abgesehen, schielt beim Thema Amtsgeschäfte ein bisschen Stolz hinter der abgeklärten Praktiker-Fassade hervor; dann nämlich, wenn Wietlisbach Strassen aufzählt, die unter seiner Regie saniert wurden. Investitionsvolumen: zwischen 20 und 30 Millionen Franken. Auch das Wasser- und Abwassernetz hat er komplett erneuern lassen, die Schule Risi liess er unter Vollbetrieb renovieren.

Ungeduldiger Ratskollege

Wietlisbach ist Leiter von zwei Betrieben – natürlich hätte er sich das Amt des Ammans zugetraut. Doch als vor 13 Jahren der letzte Wechsel über die Bühne ging, kaufte er gerade die Brütec AG und hatte keine Kapazität.

Seine Arbeit prägt den Dottiker, so wie er die Arbeit des Gemeinderates prägte. Darauf angesprochen, sagt er: «Meine Denkweise war manchmal schon ein bisschen anders, ich war vielleicht ein bisschen ungeduldiger, weil ich mich gewohnt bin, schnell zu handeln.» Wietlisbach hat seine Ressorts in der Gemeinde geführt wie seine eigene Unternehmung.

Besorgter Beobachter

Noch immer profitiere Dottikon von der weitsichtigen Planung früherer Tage, erklärt Wietlisbach: grosse Schule, gute Infrastruktur. Doch einiges missfällt ihm auch. Die Gemeinde habe ihren dörflichen Charakter verloren, Grund sei der grosse Bevölkerungszuwachs. Im Vergleich zum ersten Jahr seiner Amtszeit leben heute beinahe 1000 Menschen mehr in Dottikon. Bis jetzt sei dieses Wachstum zwar gut aufgefangen worden und kurzfristig werde eine Entspannung eintreten. Nun gelte es aber, etwas auf die Wachstumsbremse zu treten. Die Schmerzgrenze sei erreicht.

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