Der Abwasserverband Wohlen-Villmergen-Waltenschwil kann ein erfolgreiches Jahr 2017 ausweisen, wie dem aktuellen Jahresbericht und der Rechnung 2017 zu entnehmen ist. Leider mussten im vergangenen Jahr einige Reparaturen und Einbauten von verschiedenen Neuteilen eingeplant werden. So wurde etwa die Exzenterschneckenpumpe bei der Frischschlammannahme ausgebaut und ersetzt. Auch die Zugseile an den Vorklärbecken wurden nach 14 Jahren zum ersten Mal ausgewechselt.

Die abgenutzten Führungsleisten führten zu einem verschlechterten Austrag des Rechenguts. Das verlangte nach aufwendigen Neueinbauten. Aufgrund des defekten Rechengutaustrags fiel die Rechengutmenge 2017 um 20 Prozent höher aus als 2016. Für das Problem mit dem starken Algenbefall in den Flockungs- und Nachklärbecken ist bis anhin noch keine annehmbare Lösung gefunden. Sie müssen weiterhin alle acht bis zehn Monate mit Hochdruck gereinigt werden. Dieser Aufwand konnte jedoch von 60 auf 45 Stunden pro Becken reduziert werden.

Photovoltaik übertraf Erwartungen

Im vergangenen Jahr hat sich nicht nur die Niederschlagsmenge um 165 Millimeter verringert, sondern auch die Abwassermenge hat gegenüber dem Vorjahr um 16,4 Prozent abgenommen und lag nur noch bei 5 909 100 Kubikmetern, anstatt, wie im Jahr zuvor, bei 7 070 650. Dazu wurde rund 20 Prozent weniger Fremdfrischschlamm angeliefert. «Diese Abnahme ist ein Indiz dafür, dass zurzeit in der Umgebung keine Ara im Schlammbereich saniert wird», heisst es dazu im Jahresbericht.

Insgesamt wurden 36 608 Kubikmeter Klärschlamm von der Ara im Blettler und vier weiteren Aras entwässert, getrocknet und als Brennstoff in die Jura-Cement-Fabriken AG Wildegg geliefert. Die entsorgte Menge Klärschlamm hat sich gegenüber dem Vorjahr um 4,4 Prozent verringert. Obwohl 2017 soviel weniger Fremdfrischschlamm angeliefert wurde, sank die Stromeigenproduktion, die unter anderem auf dem Trocknen des Fremdfrischschlammes basiert, im Gegensatz zum Vorjahr nur um 1,1 Prozent. Das führte dazu, dass doch 928 600 kWh als Ökostrom ins Netz eingespeist werden konnten.

Weitere Stromerfolge verzeichnete die Photovoltaikanlage. Diese übertraf die erwartete jährliche Leistung von 178 000 kWh und produzierte 182 040 kWh. Insgesamt wurden im Berichtsjahr 1 110 640 kWh Eigenstrom produziert. Der Anteil des selbst produzierten Stroms am gesamten Stromverbrauch betrug 57,2 Prozent.

Wenn man den Strom, der für die Verarbeitung des Fremdklärschlammes benötigt wird, vom Gesamtstromverbrauch abzieht, beträgt der Anteil der Eigenstromproduktion 66,9 Prozent. Das ist, laut Jahresbericht, wahrscheinlich der beste Eigenstromproduktionswert im Kanton.

Die Betriebsrechnung der Kläranlage schliesst mit einem Minderaufwand von 312 649.28 Franken. Weiter wurden die Unterhaltskosten für die Maschinen und die Apparate, die Schlammentsorgungskosten und die Aufwendung für externe Berater 2017 im Vergleich zum Voranschlag deutlich unterschritten.