Muri
Mehr Raum für Kultur und das Klostermuseum

Die kantonale Anerkennung von Murikultur lässt das Ziel eines professionellen Kulturmarketings näher rücken. Die Beiträge des Kantons an Murikultur sollen unter anderem ermöglichen, mehr Raum im Klosterbereich für die Kultur zur Verfügung zu stellen.

Eddy Schambron
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Urs Pilgrim, Präsident der Kulturstiftung St. Martin: «Die Zusammenarbeit hat den Erfolg gebracht.» ES

Urs Pilgrim, Präsident der Kulturstiftung St. Martin: «Die Zusammenarbeit hat den Erfolg gebracht.» ES

Das hält Urs Pilgrim, Präsident der Kulturstiftung St. Martin, fest. «Das Klostermuseum beispielsweise ist zu klein und wegen fehlenden Raums auch zu statisch. Dabei hätten wir das Material für Wechselausstellungen.» Der Gemeinderat ist mit den Raumwünschen von Murikultur bereits befasst, und die räumliche Ausweitung wird wohl auch die Gemeindeversammlung beschäftigen. «Die Stimmberechtigten erkennen den Wert der Kultur und sind bereit, ihr den nötigen Stellenwert zukommen zu lassen», ist Pilgrim überzeugt.

Ausserdem soll nach Möglichkeit personell aufgestockt werden. «Mit einer 100-Prozent-Stelle ist MuriInfo, die Informationsdrehscheibe, heute zu schwach besetzt.» Die konkrete Ausgestaltung hängt vom Vertrag ab, der mit Hansueli Glarner, Leiter Abteilung Kultur beim Departement Bildung, Kultur und Sport, ausgearbeitet wird.

Anerkennung aus Aarau

Ausser Geld bedeutet der Betriebsbeitrag an Murikultur für Pilgrim aber zuallererst einmal Anerkennung für die bisher geleistete Arbeit. «Wir waren überzeugt, die Kriterien zu erfüllen, sind nun aber trotzdem positiv und sehr angenehm überrascht vom Entscheid der Regierung.» Seit Jahren versucht die Kulturstiftung St. Martin, die kulturellen Kräfte zu bündeln. Mit Johannes Strobl und seiner Konzertreihe strahlt Muri weit über die Kantonsgrenzen hinaus.

Und schliesslich gelingt es in Muri, Tradition und Innovation zu pflegen. «Es ist aber noch mehr, was beim Kanton offensichtlich in die Waagschale kam», macht Pilgrim klar: etwa die 18 Klosterführerinnen und -führer, der Verein Freunde der Klosterkirche, die Interessengemeinschaft Murivision, die Beziehungen zu den Habsburgern. «Nicht ausser Acht lassen darf man die grossen Vorleistungen in früheren Jahren: die Orgelkonzerte etwa ab 1972 mit Egon Schwarb, der Singkonvent Freiamt seit 1975, der Einsatz der katholischen Kirchgemeinde oder des Gemeinderates für die Kultur im Klosterdorf – es ist ein ganzes Team mit der Bereitschaft zur Zusammenarbeit, das den Erfolg gebracht hat.»

Ein Kulturmanager?

Zwar sind 100000 Franken für 2011 und je 150000 Franken für 2012 und 2013 für Murikultur viel Geld, aber es wird nicht reichen, alle Wünsche zu befriedigen. «Als Vision sehen wir einen professionellen Kulturmanager, der das Ganze führt.» Bis es so weit ist, will Pilgrim, der seit 2005 ehrenamtlich Präsident der Stiftung St. Martin ist, die Koordination unter den Kulturanbietern weiter verstärken. «Im März berufen wir eine Kulturkonferenz ein, es werden alle Kulturverantwortlichen eingeladen.»

Dazu gehören der Filmklub, der Männerchor oder die Musikgesellschaft genauso wie Fasnachtsgesellschaften. «Wir wollen einerseits von unserer Seite her orientieren, anderseits aber auch zuhören, was die Bedürfnisse sind.» Weiter verstärkt werden soll die Vernetzung im Kanton und in der Region. «Bereits heute pflegen wir beispielsweise mit dem Künstlerhaus Boswil, auch ein kultureller Leuchtturm, gemeinsame Projekte. Diese aktive Zusammenarbeit wird vom Kanton geschätzt.»

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