Mutschellen
Mehr eigenes Trinkwasser: Zufikon will nach Grundwasser suchen

Der Wasserverband Mutschellen will in Zufikon ein grösseres Grundwasser-Untersuchungsprogramm starten, um zusätzliches Trinkwasser zu gewinnen. Die aufwendige, beinahe ein Jahr dauernde Suche nach mehr Grundwasser kostet rund 260000 Franken.

Lukas Schumacher
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Der grösste Teil des Mutscheller Trink- und Brauchwasser ist aufbereitetes Zürichseewasser oder wird aus Bremgarten bezogen. (Symbolbild)

Der grösste Teil des Mutscheller Trink- und Brauchwasser ist aufbereitetes Zürichseewasser oder wird aus Bremgarten bezogen. (Symbolbild)

Keystone

Der Regionale Wasserverband Mutschellen ist nicht reich gesegnet mit eigenem Wasser. Der grösste Teil des Mutscheller Trink- und Brauchwassers ist aufbereitetes Zürichseewasser oder wird aus Bremgarten bezogen. Wenn immer möglich soll künftig mehr Mutscheller Wasser den Haushaltungen von Berikon, Widen, Rudolfstetten, Zufikon und Oberwil-Lieli zur Verfügung gestellt werden. Dabei setzen Fachleute und der Verbandsvorstand auf den Grundwassersee im Zufiker Gebiet Breiten Richtung Unterlunkhofen. Im Südosten der bestehenden Wasserfassung Breiten hofft man, deutlich mehr Trinkwasser zu gewinnen als heute.

In vier Schritten

Geologe Peter Lüdin von der Fachfirma Heinrich Jäckli (Baden) schlägt ein vierteiliges Untersuchungsprogramm im Gebiet Breiten vor. Im ersten Schritt will man abklären, wie die mit Schottergestein gefüllte Rinne Richtung Südosten verläuft. Anhand von geophysikalischen Messungen wird festgestellt, welche Stellen chancenreiche Sondierbohrungen versprechen.

Der nächste Schritt umfasst drei Kernbohrungen bis in eine Tiefe von 20 bis 40 Metern ins Erdreich. Anschliessend legt man Versuchsbrunnen an und führt Kurzpumpversuche durch. Dabei werden die Wasserdurchlässigkeit des Schotters ermittelt und die chemischen Eigenschaften der Wasserproben analysiert. Schritt Nummer drei ist ein Dauerpumpversuch. Im Versuchsbrunnen mit den vorteilhaftesten Voraussetzungen wird ein zweiwöchiger Pumpversuch samt weiteren Wasseranalysen ausgeführt. Auf diese Art werden die Ergiebigkeit und die Auswirkungen auf die umliegenden Grundwasserfassungen getestet.

Der abschliessende vierte Schritt des Programms umfasst einen fachlichen Schlussbericht mit Auswertung, Analysen und Schlussfolgerungen.

Kostenpunkt: 260 000 Franken

Das Grundwasseruntersuchungsprogramm im Zufiker Gebiet Breiten kostet rund 260 000 Franken. Am stärksten zu Buche schlagen mit 150 000 Franken die Ausgaben für die Spezialfirma, die mit den Kernbohrungen und Pumpversuchen betraut wird. Der Vorstand des Wasserverbandes will das Untersuchungsprogramm, das nahezu ein Jahr dauern würde, anpacken. «Die Chancen stehen gut», sagt Verbandspräsident Heinrich Römer (Widen), «dass mengenmässig und qualitativ vorteilhafte Ergebnisse resultieren.» Ob das Programm ausgelöst wird, entscheiden die Delegierten aus den Mutscheller Wasserverbandsgemeinden. Sie treffen sich heute Mittwochabend im Beriker Restaurant Stalden zur Abgeordnetenversammlung.