Mehr ambulante statt stationäre Eingriffe – die revidierte Spitalverordnung verlangt vom Spital Muri Vorkehrungen. So muss die Tagesklinik angesichts der steigenden Anzahl Patientinnen und Patienten und deren Bedürfnisse angepasst werden.

Es brauche grössere Aufenthaltsbereiche und weitere Kojen sowie Räumlichkeiten zur Verpflegung, hält die Spitalleitung fest. Betroffen von der Neuordnung, die von den Regionalspitälern bis 2020 umgesetzt sein muss, sind 13 verschiedene Behandlungen und Untersuchungen von Blutgefässen, Händen, Herz, Füssen und Knien.

Mehr Leute in der Tagesklinik

Die Neuordnung wird mit sich bringen, dass mehr pflegerische Mitarbeitende in der Tagesklinik anstatt auf den Stationen eingesetzt werden. Kein Nachteil für das Personal, zeigt sich die Spitalleitung überzeugt: «Aufgrund der planbaren Tagesstruktur ist die Tätigkeit in der Tagesklinik attraktiv, weswegen ein Wechsel von der Bettenstation für Pflegefachkräfte von Interesse sein kann.»

OP-Saal für ambulante Eingriffe

Vorausschauend habe das Spital bereits frühzeitig mit der Planung begonnen. «Derzeit gehen wir davon aus, einen Operationssaal komplett für ambulante Eingriffe zu reservieren sowie die Wege von der Tagesklinik dorthin zu optimieren.» Im Operationstrakt müssten geringe bauliche Anpassungen vorgenommen werden.

Finanziell werden gewisse Vorbehalte angebracht. «Weil die Tarife im ambulanten Bereich die Kosten nicht decken, muss darüber nachgedacht werden, den Taxpunktwert für ambulante ärztliche Leistungen zu erhöhen.» Das Spital Muri sei finanziell gesund aufgestellt und die Auswirkungen der Verschiebung würden nach 2020 greifen, wenn die Übergangsfrist für Regionalspitäler verstrichen ist.

Hausärzte wichtig

Auswirkungen dürfte der grössere Anteil ambulanter Behandlungen auf die nachbetreuenden Hausärzte haben. «Gemeinsam mit den ansässigen zuweisenden Ärztinnen und Ärzten sowie weiteren Leistungserbringern wird mit einer ausführlichen Aufklärung, Vorbereitung und Nachbetreuung für anschliessende, bestmögliche Erholung der Patientinnen und Patienten gesorgt», heisst es in einer Mitteilung.

Und die Spitalleitung ergänzt: «Die Zusammenarbeit mit den Zuweisenden ist bereits jetzt ein wichtiger Bestandteil der Behandlung und Versorgung der Patientinnen und Patienten im Freiamt. Wir stehen mit den Hausärztinnen und -ärzten im Dialog, um die Zusammenarbeit weiter zu vereinfachen.»