Aprilscherze
Megafon am Bürostuhl und Leim an der Türe – am 1. April leiden im Freiamt die Lehrer

Pünktlich zum 1. April hat die az im Freiamt nach den besten Scherzen gesucht. Viele davon passieren in der Schule, richten sich gegen Lehrer – und haben auch schon in einem allergischen Anfall geendet.

Merken
Drucken
Teilen
Wir haben die besten 1. April-Scherze im Freiamt zusammengetragen. Häufig kommen die Lehrer dran.

Wir haben die besten 1. April-Scherze im Freiamt zusammengetragen. Häufig kommen die Lehrer dran.

Keystone/Getty Images

Salz und Zucker vertauschen, ein inszenierter Streit unter Geschwistern oder einfach ein Telefonscherz – am ersten April ist unter dem Begriff «April, April!», fast alles erlaubt. Der offizielle Streiche-Tag verwandelt so manch braven Bürger in ein Schlitzohr. Die az war auf der Strasse und hat nach den Lieblingsstreichen der Freiämterinnen und Freiämter gefragt.

Christian Maier, 17, KV-Lehrling, Bremgarten Vor dem Unterricht haben wir ein Megafon unten am Bürostuhl des Lehrers befestigt. Gesehen hat er es Gott sei Dank nicht. Als er den Drehstuhl nach einer Zeit dann herunterfuhr, ertönte ein lautes Hupen. Der Lehrer zuckte regelrecht zusammen, fand es dann glücklicherweise auch witzig. Bei einem strengeren Lehrer hätten wir uns das niemals getraut.
10 Bilder
Adrienne, 15, Schülerin, Muri Ich und ein paar Freundinnen haben in unserem Schulzimmer Leim unten an die Türe geschmiert, damit die Lehrerin kleben bleibt. Zu ihrem und auch unserem Pech reagierte sie allergisch auf den Leim. Wir haben dann ein bisschen Ärger bekommen, richtig übel konnte uns die Aktion dann aber niemand nehmen. Nächstes Jahr lasse ich mir eine Liste aller Allergien geben!
Timon Roth, 17, Maurer, Bremgarten Drei oder vier Schüler unserer Klasse sind im Schulhaus geblieben. Als es dunkel wurde, haben sie den Rest der Klasse hineingelassen. Wir haben unzählige Becher mit Wasser vor jede Eingangstür verteilt. Am nächsten Tag konnte keiner, ohne eine Sauerei zu veranstalten, ins Schulhaus. Zum Glück nahmen es auch die Lehrer mit Humor.
Fabian, 13, Schüler, Merenschwand Ich und zwei Mitschüler haben uns vor einer Schulstunde unter dem Schreibtisch unserer Lehrerin versteckt. Sie fragte während der Stunde immer wieder nach uns. Bemerkt hat sie uns nicht und unsere Mitschüler haben uns glücklicherweise auch nicht verraten. Erst nach der Lektion sind wir mit Gebrüll aus unserem Versteck hervorgehüpft.
Bill, 15, Schüler, Muri Ich habe zu Hause einmal Öl an den Deckel jedes einzelnen Konfitüreglases geschmiert. Jeder, der versucht hat, das Glas zu öffnen, rutschte ab. Meine Familie verzweifelte fast daran, mit Wasser geht das Öl ja auch nicht einfach ab. Ich hatte meinen Spass. – Oh, und an meiner alten Schule haben ein paar Freunde und ich Frischhaltefolie um Autos gewickelt, das war auch witzig.
Nubia, 12, Schülerin, Bremgarten Meine beste Freundin hat einen älteren Bruder. Als ich vor ein paar Wochen wieder einmal bei ihr übernachtet habe, sind wir bei ihrem älteren Bruder ins Zimmer geschlichen und haben ihm Duschgel ins Gesicht geschmiert, währenddem er geschlafen hat. Ich weiss, das war nicht gerade nett, aber es war ja nichts unglaublich Böses, und es war echt lustig!
Elsa Espinoza, 49, Eventmanagerin, Dottikon Ich habe fünf Geschwister und bin die Älteste. Als ich etwa 10 Jahre alt war, hatte ich ein Lieblingslied, das meine Geschwister aber noch nicht kannten. Ich erzählte ihnen, ich hätte das Lied selber geschrieben, und liess sie im Chor singen. Alle waren begeistert. Eine meiner Schwestern fand erst vor einigen Jahren heraus, dass das Lied nicht von mir ist.»
Leona, 14, Schülerin, Muri In meiner Schulklasse hat ein Junge so getan, als wäre er umgefallen. Wir haben dann Ketchup an seinen Fuss geschmiert, um das Ganze noch etwas dramatischer wirken zu lassen. Die Lehrerin hat sich zu Tode erschreckt. Als wir dann alle «April, April» gerufen haben, konnte sie wieder aufatmen. Sie fand den Streich im Nachhinein auch lustig.
Melanie, 14, Muri Im Unterricht ist die ganze Klasse samt Pult ein bisschen nach vorne gerutscht, sobald sich die Lehrerin zur Tafel gedreht hatte. Die Lehrerin hat das Vorgehen lange nicht bemerkt, während wir vor Lachen kaum mehr still sitzen konnten. Am Ende klebten wir fast an der Wandtafel. Auch die Lehrerin musste darüber lachen, als sie mitbekam, was los war.
Miki Kane, 50, Baustellenarbeiter, Wohlen Vor ein paar Jahren habe ich einen Freund angerufen. Es war 23.30 Uhr nachts. Ich habe ihm gesagt, er solle unbedingt vorbeikommen, es gäbe ein grosses Fest und ich hätte zwei Freundinnen mitgebracht. Eine davon wolle ihn kennen lernen. Er machte sich natürlich gleich auf den Weg. Als er ankam, war nur ich da. Du hättest sein Gesicht sehen sollen.

Christian Maier, 17, KV-Lehrling, Bremgarten Vor dem Unterricht haben wir ein Megafon unten am Bürostuhl des Lehrers befestigt. Gesehen hat er es Gott sei Dank nicht. Als er den Drehstuhl nach einer Zeit dann herunterfuhr, ertönte ein lautes Hupen. Der Lehrer zuckte regelrecht zusammen, fand es dann glücklicherweise auch witzig. Bei einem strengeren Lehrer hätten wir uns das niemals getraut.

AZ

Die Kleinsten unter den Passanten haben sich dabei als die grössten Frechdachse herausgestellt. Der 27-jährige Joel Kinzelbach aus Aarau hat beispielsweise seit Jahren keinen Streich mehr gespielt. «Als Kind war das ganz anders», schmunzelt er. Als 7-Jähriger habe er eine Plastikhand in der Tür eingeklemmt und so seine Grossmutter erschreckt.

Ein anderer Spassvogel, die 14-jährige Kunchok aus Bremgarten, ging noch eine Stufe weiter: Sie spannte Klarsichtfolie über die Kloschüssel und wartete, bis ihre Mutter aufs Klo musste. «Sie fand es leider nicht so lustig, wie ich», fügt das Mädchen hinzu.

Geheimer Verehrer war der Vater

So wie Kunchoks Mutter oder Joels Grossmutter ging es wohl schon vielen – auch Amina Bischof: Die 63-jährige Kindergärtnerin erhielt vor einigen Jahren ein Fax von einem mysteriösen Mann aus ihrer Vergangenheit. Er lud sie auf einen Drink in eine nahe gelegene Bar ein. Nach langem Überlegen entschied sich Bischof, ihren geheimen Verehrer zu treffen. Wie sich herausstellte, war der anonyme Herr dann doch kein alter Bekannter, sondern ihr Vater, der sich einen Scherz mit ihr erlaubt hatte.

Ob Opfer oder Täter – ein guter Streich hat noch jedem ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Dass der aber genau am ersten April stattfindet, war bei den Befragten nicht so oft der Fall. Man könnte meinen, dass nur die Kinder Interesse an einem Tag hätten, der dem Streichespielen vorbehalten ist. Die älteren Freiämterinnen und Freiämter erinnern sich oft an Streiche, die sie als Kinder gemacht haben. Heute haben sie kaum Zeit für solche Aktionen. Viel lieber suchen Erwachsene nach Falschmeldungen in der Zeitung, während Jugendliche sich vorzugsweise Videos von Streichen oder «Pranks», wie sie heute genannt werden, im Internet anschauen.

Vielleicht wäre es wieder mal an der Zeit, die Manieren für einen Tag bei Seite zu legen und jemanden gehörig zu veräppeln. Ein simples Erschrecken oder doch ein etwas ausgeklügelterer Streich. Hauptsache das Ergebnis ist ein guter Lacher auf Kosten von jemand anderem. Wem nichts in den Sinn kommt, kann sich von den Lausbubgenstreichen der Befragten inspirieren lassen. Wer wohl dieses Jahr zum Schlitzohr wird?