Sins

Medienbeobachter zügelt mit 60 Arbeitsplätzen von Aettenschwil nach Zürich

Die ZMS AG ist in Aettenschwil seit 25 Jahren in der ehemaligen Käserei untergebracht. Nun zieht derMedienbeobachtungsbetrieb zur Schwestergesellschaft Argus nach Zürich. ES

Die ZMS AG ist in Aettenschwil seit 25 Jahren in der ehemaligen Käserei untergebracht. Nun zieht derMedienbeobachtungsbetrieb zur Schwestergesellschaft Argus nach Zürich. ES

Die ZMS Monitoring Services AG verlässt das Freiamt in Richtung Zürich. In der ehemaligen Käserei in Sins war das Unternehmen 25 Jahre lang zu Hause. Als Grund nennt das Unternehmen Synergien. Fünf Stellen gehen verloren.

Der grösste Teil der Angestellten der ZMS Monitoring Services AG in Aettenschwil wird den angebotenen neuen Arbeitsplatz in Zürich annehmen. Das erklärt Adriano Zatti, CEO des Unternehmens, das seit 25 Jahren in der alten Käserei am Kronenplatz domiziliert ist und nun noch in diesem Quartal nach Zürich zur Schwestergesellschaft Argus der Presse AG zügelt. Grund für den Wechsel ist die Nutzung von Synergien.

Vor allem Freiämter betroffen

ZMS AG beschäftigt rund 60 Personen, welche sich 30 Vollzeitstellen teilen. Die meisten kommen aus dem Freiamt. Durch die Neuorganisation gehen allerdings fünf Vollzeitstellen verloren. «Die Geschäftsleitung ist bemüht, Härtefälle abzufedern und für die Betroffenen neue Stellen zu finden, nicht zuletzt mit Unterstützung durch das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Aargau», heisst es in einer Mitteilung.

«Der neue Arbeitsplatz ist 20 Minuten von Sins entfernt», sagt Zatti. Er liegt nahe dem Autobahnende in Zürich-Brunau. Es sei nicht in erster Linie diese Distanz, die einigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Mühe mache, sondern der Abschied vom familiären Betrieb in Aettenschwil. Hier ist das Unternehmen seit 25 Jahren in der ehemaligen Käserei untergebracht.

Gegründet wurde es von Jürg Zahn 1989; es verzeichnete in den Folgejahren ein stetes Wachstum. Der Standort wurde damals als ideal eingestuft - weg von den Hauptverkehrsachsen, genügend Platz und die Verfügbarkeit von Parkplätzen. Die Käsereigenossenschaft wiederum, die schon lange nicht mehr käste und, das Gebäude nur noch als Milchannahmestelle nutzte, war glücklich über die Vermietung der Liegenschaft.

Synergien nutzen

Grosse Investitionen, die insbesondere durch die rasante Entwicklung und Komplexität der Kommunikations- und Computertechnologie auf Argus und ZMS zukommen, würden eine Zusammenlegung der Betriebsstätten nahe legen, führt der Verwaltungsrat in einer Mitteilung aus. Zudem könnten die Kunden beider Firmen so besser vom speziellen Know-how profitieren. Die ZMS beobachtet, wie Argus, für ihre Kunden die Medienlandschaft und beliefert sie mit den gewünschten Informationen und Analysen aus Presse, Radio, Fernsehen und dem Internet.

Argus wiederum gilt als führender Medienbeobachter der Schweiz und bietet seine Dienste seit 1896 an. Beobachtet werden 3300 Zeitungen, Zeitschriften und Fachpublikationen, 25 000 Online-News, mehr als 20 nationale und regionale Fernseh- sowie mehr als 30 Radiosender, 300 Nachrichtenagenturen, 6500 Schweizer Blogs, 100 000 Twitter-Meldungen sowie Facebook und Youtube. Die beiden Firmen werden künftig in Zürich zusammen rund 150 Arbeitsplätze haben.

Gemeinderat bedauert

Für den Standort Aettenschwil und die Gemeinde Sins sei der Wegzug sehr bedauerlich. «Die Nutzung des Käsereigebäudes war eine ideale Lösung», hält der Sinser Gemeindeammann gegenüber dem «Anzeiger für das Oberfreiamt» fest. Gegen den Wegzug des Unternehmens könne der Gemeinderat nicht viel unternehmen. «Wir hätten sicher interveniert, wenn alle Arbeitsplätze gestrichen worden wären. Die meisten Beschäftigten erhalten jedoch ein Angebot in Zürich, das ist das Positive am Ganzen.»

Für den Präsidenten der Käsereigenossenschaft, Robert Amhof, kommt der Wegzug der Firma «ziemlich überraschend». Für ihn wäre eine ähnliche Nutzung wie bisher ideal. Geprüft werden müsste allenfalls der Umbau für Wohnzwecke.

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