Buttwil
Max Bachmann – einer, der lebenslang in der Schule war

Der ehemalige Rektor und langjährige Lehrer Max Bachmann hört am Ende des Schuljahres auf.

Eddy Schambron
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Lehrer Max Bachmann, Buttwil, kann seine lange Zeit als Lehrer mit einer guten Klasse beenden und freut sich, bald mehr Zeit für seine Hobbies zu haben.

Lehrer Max Bachmann, Buttwil, kann seine lange Zeit als Lehrer mit einer guten Klasse beenden und freut sich, bald mehr Zeit für seine Hobbies zu haben.

ES

Max Bachmann war praktisch sein ganzes Berufsleben lang Primarlehrer. Nach 45 Jahren hört der jetzt 66-Jährige auf und verlässt auf Ende des Schuljahres die Schule Buttwil. Besonders freut es ihn, dass er mit einer guten Klasse und mit «lässigen Eltern» seine Berufszeit beenden kann.

In einer Zeit, in der Lehrkräfte wegen der Belastung schnell ausbrennen, sind 45 Jahre Lehrtätigkeit, davon 10 Jahre als Rektor, nicht mehr selbstverständlich. «Ich habe mich immer auf Neuerungen eingelassen und mich gerne mit neuen technischen Möglichkeiten auseinandergesetzt», sagt Max Bachmann. Das hat ihn immer wieder von neuem in seinem Beruf motiviert. Er kam nach 19 Jahren als Lehrer in Unterägeri 1991 nach Boswil und begann den Unterricht im Sommer 1996 in Buttwil. Die Arbeit als Lehrer sei auch nicht immer gleich: «Unterschiedliche Talente der Kinder, unterschiedliche Klassenzusammensetzungen und eine gewisse Freiheit bei der Unterrichtsgestaltung machen die Arbeit abwechslungsreich.» Das Schönste am Beruf ist für Bachmann «zu erleben, wie die Kinder grösser und reifer werden und man sie wieder abgeben darf mit dem Vertrauen, dass es gut gewesen ist.» Langweilig ist es ihm dabei nie geworden.

Die Anforderungen an die Lehrkräfte in all den Jahren haben sich verändert. Es ist viel wichtiger geworden, Eltern zu informieren. «In meinen Anfängen konnte ich meinen 36 Schülerinnen und Schülern sagen, so machen wir das, und alles war klar. Heute reicht das nicht mehr.» Gestiegen ist der Druck der Eltern, die Kinder möglichst in die Bezirksschule oder allenfalls in die Sekundarschule zu bringen. «Eltern haben oft Mühe zu akzeptieren, wenn eines ihrer Kinder eine Schwäche hat, die auch bleiben wird.» Sie glaubten, es sei alles machbar. Gleichzeitig ist die Kritikfreudigkeit gestiegen. Schliesslich habe die Schule zunehmend Aufgaben zu übernehmen, die eigentlich von den Eltern erledigt werden müssten. «Suchtprävention oder Sexualkunde wäre eigentlich Sache des Elternhauses.» In der Schule würden solche Themen Zeit für die normale Stoffvermittlung rauben. «Hat ein Kind Mühe in einem Fach, fehlt ihm diese Zeit.»

Rat und Hilfe holen

Wichtig war Max Bachmann immer ein gutes Team. «Auch wenn ich eher der Einzelgänger bin, muss ich in einem guten Team aufgehoben sein.» Jungen Lehrkräften rät er, nicht zu perfekt vorbereiten zu wollen, sondern dafür «mehr Zeit für das zu haben, was die Kinder auch noch wollen.» Schliesslich empfiehlt er ihnen, Rat und Hilfe zu holen, wenn sie nicht mehr weiter wissen.

Jetzt ist er froh, aufzuhören zu können – nachdem er sein Pensum bereits vor einem Jahr auf 70 Prozent reduziert hat. «Es wird für mich kein Bruch sein, ich mache vieles jetzt schon, wofür ich in Zukunft mehr Zeit haben werde.» Er wird nicht nur mehr im Haushalt mitarbeiten, sondern auch mehr Zeit für seine Hobbies – Fotografieren und Wandern – haben. «Ausserdem habe ich wieder angefangen, Velo zu fahren.» Er freut sich auf die kommende Zeit. «Ich werde sicher keine Weltreise machen, aber viel in der Natur unterwegs sein.»