Freiamt
Mäuse im Haus, verletzte Möwe am Strand

Die Jugendnaturschutzgruppe Freiamt ist zurzeit in Frankreich – im Herzen der Camargue gibt es viel zu entdecken.

Roger Wetli
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Kevin Schnurrenberger bewundert im Jugendnaturschutzlager eine Heuschrecke. rw

Kevin Schnurrenberger bewundert im Jugendnaturschutzlager eine Heuschrecke. rw

«Das Lagerhaus war für mich am Anfang etwas gespenstisch und gruselig», erzählt Désirée Salathé aus Bünzen. Sie ist mit ihrer Kollegin Lara Christen ins Lager gefahren. «Aber mit der Zeit haben wir hier viele tolle Tiere entdeckt.»

Unter den Fensterläden hängen Fledermäuse, an der Fassade klettern Eidechsen und ins Haus verirren sich Mäuse und der Laubfrosch. Auch Leiterin Nicole Rolli aus Hägglingen teilt den Eindruck der beiden Mädchen. «Wir sind in der Abenddämmerung und bei Regen in der «Gite Salin de Badon» angekommen. Zuerst dachte ich beim Anblick an ein Horrorhaus.»

Sparsam mit den Ressourcen

Die Unterkunft liegt mitten in der Camargue. Trinkwasser muss in sieben Kilometer Entfernung geholt werden und der Strom kommt von einer Solaranlage. «Das Haus symbolisiert das Ziel dieses Lagers perfekt», erklärt Leiter Daniel Steimen aus Villmergen.

«Die Natur entdecken und sparsam mit den Ressourcen umgehen», so laute das Motto. Steimen ist sich dabei bewusst, dass das Auto, mit dem sowohl die Anreise, wie auch die Ausflüge bestritten werden, im Widerspruch zur Lagerphilosophie steht.

«Die Distanzen hier sind riesig, das Netz des Öffentlichen Verkehrs zu schwach ausgebaut und das Haus zu abgelegen, um auf die-ses Fahrzeug verzichten zu können», begründet Steimen.

Neben der unmittelbaren Umgebung mit den typischen rosa Flamingos entdeckten die 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits die Steinwüste Crau mit ihren Tausendfüsslern und speziellen Eidechsen.

In den Alpenausläufern Les Alpilles standen dagegen die heuschreckenartigen Gottesanbeterinnen im Mittelpunkt. «Es war spannend, diesen Tieren beim Essen zuzuschauen», erzählt Lara Christen begeistert.

Entdeckungen am Meer

Ganz oben auf der Beliebtheitsskala der Jugendnaturschützer stehen Strand und Meer. Auch hier gibt es viel zu entdecken. «Wir haben gelernt, den Kindern nicht zu viele Anweisungen zu geben, sondern aufbauend auf ihrer Neugier da etwas zu erklären, wo sie selber Interesse zeigen», beschreibt Jungleiter Sandro Covo aus Jonen den Ansatz der Gruppe.

Damit wird ein vom Wetter ausgehöhlter Stein oder eine verletzte Möwe plötzlich zum heimlichen Lagerhöhepunkt.

«Der richtige Umgang mit der Natur geschieht hier in einem ungezwungenen Rahmen», ist Daniel Steimen überzeugt. Bis am kommenden Freitag wird die Gruppe noch auf den berühmten weissen Camargue Pferden reiten, in einem Vogelpark ihr Wissen vertiefen und in Arles die Atmosphäre einer uralten, durch Römer geprägten Stadt geniessen.

«Die Stimmung ist nach einer Woche immer noch super», lacht Nicole Rolli und Jungleiter Kevin Schnurrenberger aus Zufikon ergänzt: «Sogar die Mückenstiche haben seit Beginn merklich nachgelassen.»