Ein wenig nervös sassen die jungen Preisträger auf ihren Stühlen in der ersten Reihe. Schliesslich gehörte zur Preisvergabe auch eine Vorstellung ihrer Maturaarbeit – in der bis auf den letzten Platz besetzten Aula. Trotz der Aufregung meisterten die drei Maturanden ihre Aufgabe souverän und wurden dafür mit viel Applaus belohnt.

Zunächst bat Rektor Matthias Angst die Preisträgerin des Anerkennungspreises zu sich und Rolf Bucher vom Rotary Club Freiamt auf die Bühne. Muriel Giger hatte sich mit dem Thema «Wie das Hirn effizient Chemie lernt» auseinandergesetzt. Bucher hatte bereits zuvor schmunzelnd angemerkt, dass er dieses gern schon zu seiner Schulzeit gewusst hätte.

Rolf Bucher vom Rotary Club überreicht Muriel Giger den Anerkennungspreis.

Rolf Bucher vom Rotary Club überreicht Muriel Giger den Anerkennungspreis.

Vielseitige Themen

Weiter ging es im Programm, der Rotary Club vergab zwei 2. Preise und einen 1. Preis. Einen der 2. Preise durfte David Schrago für «Revising and Completing a Novel in English» entgegennehmen. In seiner Präsentation referierte er über seine Novelle «Escaping Reality». Darin habe die Hauptfigur Probleme im realen Leben. Deswegen fliehe sie immer wieder in eine Fantasie-Welt mit mystischen Wesen. Ob diese Welt Realität sei, bleibe dem Leser überlassen. Die Situation im Buch, wo die Grenzen zwischen dem Realen und der Fiktion verwischen, eskaliere letztendlich. «Wie es ausgeht, erzähle ich jetzt nicht», so der Autor, «dafür müsst ihr das Buch lesen.»

Der zweite 2. Preis ging an Sharon De Filippis. Auch ihr «Projekt doppelsiitig – Verfassen eines Leitfadens zum Aufbau eines integrationsfördernden Projekts» konnte die Jury überzeugen. Ihre Motivation sei das Bedürfnis gewesen, etwas zu verändern, so die Preisträgerin. «Mein Vorhaben habe ich in Villmergen in einer Unterkunft für volljährige Asylsuchende durchgeführt. Ziel war es, einen gut anwendbaren Leitfaden für soziale Projekte zu entwickeln.» Letztendlich sollen die Asylsuchenden nicht in Abhängigkeit geraten, sondern ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Paradoxe Phänomene

Über den ersten Preis durfte sich Andrin Melliger freuen. In seiner Maturaarbeit setzte er sich mit der «Analyse von erstaunlichen und paradox erscheinenden Phänomenen aus der Physik» auseinander. Dafür habe er zu vier Phänomenen Umfragen gemacht und ausgewertet. Als Fallbeispiel stellte er in seiner Präsentation einen Versuchsaufbau vor, in dem ein Stab und eine Kugel gleichzeitig fallen gelassen werden. Melliger dazu: «Die Frage ist, was kommt zuerst am Boden an.» Die meisten Teilnehmer setzten auf die Kugel. «Richtig lagen aber die wenigen, die den Stab vermuteten», führte er aus. Die Aerodynamik der Kugel führe zur intuitiven Annahme, sie sei schneller. Korreferent Patric Rousselot lobte in seiner Laudatio, wie gut der Maturand den roten Faden in seiner Arbeit im Blick behalten habe: «Es war ein wahrer Spass, deine Arbeit zu lesen.»

Vor den Präsentationen ergriff Rolf Bucher vom Rotary Club das Wort. Den Schulabgängern wünschte er: «Hoffentlich behalten Sie Ihre Neugier und Beharrlichkeit für Ihr späteres Leben.» Der Rotary Preis sei Wertschätzung und Ansporn für den weiteren Lebensweg. «Soziale Verantwortung, Respekt für andere, dazu Humor und ein offener Geist, Herz und Verstand, das sind wichtige Lebensgrundlagen», schloss er seine Rede. Die drei Preisträger zeigten sich nach ihren gelungenen Vorträgen erleichtert, einstimmig erklärten sie: «Jetzt freuen wir uns auf den Apéro.»