Wohlen
Matthias Jauslin verzichtet – FDP will Sitz im Gemeinderat Wohlen behalten

Nach 16 Jahren in der Kommunalpolitik, davon 9 Jahre als Einwohnerrat und 7 Jahre als Gemeinderat, verzichtet Matthias Jauslin (FDP) auf eine Kandidatur bei den Wahlen im Herbst. Für die Freisinnigen beginnt damit eine schwierige Kandidatensuche.

Fabian Hägler
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Matthias Jauslin tritt ab. ZVG

Matthias Jauslin tritt ab. ZVG

Matthias Jauslin, amtierender Vizeammann in Wohlen, möchte sich auf sein Mandat im Grossen Rat und die politische Arbeit auf Kantonsebene fokussieren. Dort wurde er kürzlich zum Präsidenten der Kommission für allgemeine Verwaltung gewählt.

Er ist überzeugt, auf dieser Stufe die Interessen seiner Wohngemeinde und des Freiamtes gut einbringen zu können.

«Zudem ist ein Wechsel in der Exekutive von Wohlen durchaus erfrischend», meint Jauslin und fügt an: «Bei den wichtigen Projekten wie Aufwertung Zentralstrasse, Gestaltungsplan Isler-Areal, Sanierung Eisbahn/Badi, kommunaler Gesamtplan Verkehr, Überarbeitung Zonenplan und Standortmarketing hat der amtierende Gemeinderat sehr gute Vorarbeiten geleistet.»

Die Entwicklungsschwerpunkte seien fixiert und sowohl im Leitbild wie auch in den professionellen Planungsunterlagen umfassend dokumentiert worden.

Jauslin bedauert: «Zurzeit dreht sich die Politik in der grössten Freiämter Gemeinde hauptsächlich um Tagesgeschäfte und Personen.» Seiner Meinung nach sollte es dringend darum gehen, mit frischen Kräften diese Projekte voranzutreiben.

«Die aktuelle und die sich abzeichnende Konstellation im Gemeinderat und im Einwohnerrat scheint dies nicht zu zulassen», hält Jauslin dazu fest. Er verspricht, er werde alles daran setzen, «dass in den verbleibenden Monaten noch einige für Wohlen zukunftsweisende Entscheidungen getroffen werden können». Ausserdem müsse bis Ende Jahr auch das neue Rechnungsmodell «HRM2» gut integriert werden.

FDP-Wohlen-Präsident Koni Gfeller bedauert Jauslins Entscheid. «Wir verlieren mit ihm einen profilierten Politiker», sagt Gfeller, der seit Samstag weiss, dass Jauslin im Herbst nicht mehr antreten wird. Dass sich der Vizeammann erst jetzt, kurz vor den Sommerferien, zu einem Entscheid durchgerungen habe, sei für die Partei «etwas ungeschickt.»

Gfeller betont, die FDP wolle ihren Sitz im Gemeinderat verteidigen. Wer für die Freisinnigen am 22. September antreten soll, ist aber derzeit noch völlig offen. «Wir führen erste Gespräche mit möglichen Kandidaten, aber die Auswahl ist nicht riesig», erklärt Gfeller.

Deshalb werde am kommenden Freitag bei der Nomination der FDP-Einwohnerratskandidaten auch der vakante Sitz im Gemeinderat ein Thema sein.

Koni Gfeller selber, der im Februar bei der Ersatzwahl für den verstorbenen Toni Schürmann klar hinter SP-Kandidat Arsène Perroud blieb, steht diesmal nicht zur Verfügung. «Wie ich schon an der Generalversammlung gesagt habe, ist meine politische Karriere beendet», sagt der ehemalige Einwohnerratspräsident, der seit diesem Jahr pensioniert ist.

Bereits in der FDP-internen Ausscheidung für die Gemeinderats-Ersatzwahl 2012 scheiterte Armin Geissmann. Angesprochen auf eine mögliche Kandidatur für den frei werdenden Sitz von Matthias Jauslin, gibt sich der Einwohnerrat zurückhaltend. «Ich muss mir das zuerst im Detail überlegen und Gespräche mit der Fraktion und dem Vorstand führen», sagt Geissmann.