Wohlen

Markus Gsell würde für Arsène Perroud auf Kandidatur verzichten

Konrad Gfeller (FDP, 574 Stimmen) tritt nochmals an.

Konrad Gfeller (FDP, 574 Stimmen) tritt nochmals an.

Arsène Perroud (SP) erhielt 155 Stimmen an der Gemeinderats-Ersatzwahl, obwohl er gar nicht nominiert gewesen ist. Vier Kandidaten würden wieder kandidieren – einer allerdings nur, wenn er dadurch nicht Perroud im Weg steht.

Keiner der fünf offiziellen Kandidaten schaffte es, sich am Sonntag den einen vakanten Sitz im Wohler Gemeinderat zu sichern. Konrad Gfeller (FDP, 574 Stimmen) lag zwar in Führung, doch konnte er das Trio Oliver Degischer (parteilos, 510 Stimmen), Markus Gsell (parteilos, 504 Stimmen) und Otto Erb (Dorfteil Anglikon, 493 Stimmen) nicht so deutlich hinter sich lassen, wie er das gern getan hätte. «Ich bin froh, dass ich an der Spitze bin, aber es hätten durchaus etwas mehr Stimmen sein können», klang er gestern nicht ganz zufrieden.

Alle vier wollen nochmals antreten, wie Nachfragen der Aargauer Zeitung ergeben haben. Einzig Gsell stellt eine Bedingung: Er tritt nur an, wenn Arsène Perroud (SP), der ohne Kandidatur 155 Stimmen erreichte, nicht kandidiert. «Er ist einer, den ich auch wählen würde», begründete Gsell. «Er würde es verdienen.» Natürlich wäre dieser Schritt nicht ganz einfach für Gsell, denn «ich möchte den 500 Leuten, die an mich glauben, noch in die Augen sehen können». Allerdings wolle er Perroud keine Stimmen streitig machen. Perroud hingegen muss sich eine allfällige Kandidatur noch gründlich überlegen (siehe Artikel unter den Fotos).

Zweiten Wahlgang erwartet

Gsell ist nicht nur zufrieden mit seinen 504 Stimmen, sondern «sogar stolz». Er erklärte: «Andere sind Einwohnerräte und bekannte Gesichter, ich komme als Neuling und erhalte so viele Stimmen, da kann man schon stolz sein, finde ich.»

Weniger glücklich ist der ehemalige Einwohnerratspräsident Konrad Gfeller. Doch auch er habe nicht mit einem Sieg im ersten Wahlgang gerechnet: «Es wäre vermessen gewesen, von einem Absoluten Mehr auszugehen, vor allem, weil die anderen Kandidaten ebenfalls Potenzial haben.»

Gemeinderatssitz für Anglikon

Oliver Degischer ist positiv gestimmt: «Ich bin sehr zufrieden und habe mir den ersten Wahlgang in etwa so vorgestellt.» Er habe sich den zweiten oder dritten Platz erhofft, was er auch geschafft hat. «Natürlich trete ich nochmals an», sagte er gestern. «Ich bin nicht bekannt dafür, dass ich aufgebe.» Ausserdem sei er das den gut 500 Leuten schuldig, die für ihn gestimmt haben. «Das zeigt, dass ich mehrheitsfähig bin.»

Otto Erb ist «weiterhin davon überzeugt, dass Anglikon einen Gemeinderat zugute hat». Er sieht sich als einzigen echten Angliker Kandidaten, auch wenn der Zuzüger Markus Gsell ebenfalls im Wohler Dorfteil wohnt. «Dass ich nur 17 Stimmen weniger habe als der Zweitplatzierte, ist ziemlich knapp, beinahe ein Zufallsergebnis», hält er fest. Und er ist überzeugt: «Die Angliker haben für mich gestimmt.»

Wetli überlegt sich Wiederantritt

Patrik Wetli (Grüne), der, wie er selber nochmals betonte, nicht als offizieller Kandidat der Grünen angetreten ist, überlegt sich derzeit eine erneute Kandidatur. Er erhielt 62 Stimmen. «Es könnte sein, dass ich nochmals antrete. Wenn ich das aber tun würde, dann nur aus Loyalität und Dankbarkeit gegenüber diesen 62 Stimmbürgern», erklärte er gestern auf Anfrage. «Ich hatte als Quereinsteiger kein Wahlziel, aber zufrieden bin ich trotzdem nicht mit dem Resultat.»

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