Villmergen

Markus Dieth zapft an: Überschäumende Freude zur Einweihung der neuen Brauerei

Brauer Ralf Paul, Hansruedi Schädeli und Otto Sorg (von links) mit Regierungsrat Markus Dieth (mit Schürze).

Brauer Ralf Paul, Hansruedi Schädeli und Otto Sorg (von links) mit Regierungsrat Markus Dieth (mit Schürze).

Die neue Brauerei der Erusbacher & Paul AG wurde am Wochenende ihrer Bestimmung übergeben. Beim Anzapfen war Regierungsrat Markus Dieth dabei.

Regierungsrat Markus Dieth war nicht schuld: Der Träger des Bierordens «Ad Gloriam Cerevisiae» hatte den Hammer richtig auf den Zapfhahn geschlagen. Manipuliert am Fass hatten die Bierbrauer selber. Vermutlich mit Absicht, denn das Ergebnis gab exakt der Stimmung Ausdruck, die am Freitagabend bei der offiziellen Einweihung der neuen Brauerei von Erusbacher & Paul in Villmergen herrschte: Die Freude war schlicht und einfach überschäumend.

Neuer Freiämter Wallfahrtsort

«Diese neue Brauerei wird zum Freiämter Wallfahrtstempel für alle Bierfreunde werden», sagte Dieth in seiner launigen Rede. Die Brauer hätten in der Jahrtausende alten Brau-Tradition ein neues Kapitel aufgeschlagen und das bauliche Fundament für eine gute Zukunft gelegt: «Wer das alte Handwerk pflegt, gutes Bier braut und sich vom industriellen Einheitsbrei abhebt, hat Erfolg», gab er sich überzeugt und versprach: «Auch der Regierungsrat wird dieser Brauerei vielleicht einmal einen Besuch abstatten. Wir sind ja bekannt dafür, dass wir nicht auf Schnapsideen, sondern auf gute Bierideen setzen.»

Für Dieth ein spezielles High-Light ist die Zusammenarbeit von zwei Villmerger Unternehmen, welche letztlich das Projekt erst ermöglicht hat: «Die Xaver Meyer AG hat ihre Rolle als Totalunternehmen total genommen und die initiativen Brauer tatkräftig unterstützt.»

9,5 Mio. Franken investiert

Das Villmerger Erusbacher gibt es seit 19 Jahren. Im Herbst 2000 haben sich die beiden Jugendfreunde Otto Sorg und Hansruedi Schädeli ihren Traum erfüllt und die Brauerei Erusbacher eröffnet. 2005 ist die Fusion mit der Zürcher Brauerei Paul erfolgt und mittlerweile braut Erusbacher & Paul jährlich über 6000 Hektoliter.

Die Zuwachsraten liegen im zweistelligen Bereich und deshalb hat sich der Neubau am Mattenweg aufgedrängt. Mit Investitionen von rund 9,5 Mio. Franken ist in Rekordzeit eine neue Brauerei mit angegliederter Wirtschaft und Biergarten realisiert worden. «Wer hätte vor 19 Jahren an eine solche Entwicklung geglaubt», sinnierte Otto Sorg an der Einweihungsfeier. Der Weg sei nicht immer einfach gewesen, aber Beharrlichkeit, engagierte Mitarbeiter und gute, seriöse Geschäftspartner hätten zum heutigen Erfolg beigetragen.

Ammann unterbrach die Ferien

Gemeindeammann Ueli Lütolf hatte für den Freudentag sogar seine Ferien unterbrochen: «Das ist ein Zeichen meiner Wertschätzung für diese Erfolgsgeschichte. Wir sind stolz, diese Brauerei in Villmergen zu haben und ich gratuliere dem Unternehmen zum Mut für diese Investition.» Die Brauer hätten stets an ihr gutes Bier geglaubt und das habe sich ausbezahlt. Vielleicht verwirklichen sie angesichts von so viel Lob jetzt auch Lütolfs Idee: «Ihr könntet doch in Anlehnung an die Rose im Villmerger Wappen ein Rosenbier brauen und in der Wirtschaft Grilladen mit Rosmarin-Gewürz anbieten.»

In die Reihe der Gratulanten reihten sich in der Folge auch Marcel Kreber, der in Niederwil lebende Direkter des Schweizer Brauereiverbandes sowie Alex Meyer von der Xaver Meyer AG ein. Für beste Unterhaltung sorgte die Musikgesellschaft Villmergen, die in Bestform aufspielte.

Autor

Toni Widmer

Toni Widmer

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