Im Januar erhielt sie die Bestätigung: Martina Christen darf an den Schweizer Berufsmeisterschaften FaGe mitmachen. An den kantonalen Meisterschaften im November hat sie den zweiten Platz erreicht und sich damit für den schweizweiten Wettbewerb qualifiziert. Ihre Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit (FaGe) absolvierte sie im Kantonsspital Baden auf der Urologie und Chirurgie. «Die Meisterschaft ist eine grossartige Herausforderung. Ich habe während diesen drei Jahren viel gelernt. Jetzt möchte ich wissen, wie weit ich schon gekommen bin und mich mit anderen messen, um zu sehen, wo ich im Vergleich stehe.» Die junge Frau wirkt selbstsicher und lacht viel. «Am meisten gefällt mir an meinem Beruf, dass ich anderen Menschen auf dem Weg zu ihrer Genesung helfen kann.»

Figuranten und Schüler

«An der Meisterschaft möchte ich zeigen, was ich während meiner Ausbildung gelernt habe», erzählt sie. Vorfreude und leichte Aufregung sind im Gespräch gut zu spüren. Während vier Tagen, vom 1. bis 4. September, werden Kandidaten aus der ganzen Schweiz auf dem Olma-Gelände in St. Gallen in Bezug auf ihre beruflichen Fähigkeiten auf Herz und Nieren geprüft. Marina ist am 3. September an der Reihe. In einem Zelt mit transparenten Wänden werden jeweils zwei Teilnehmer gleichzeitig bewertet. «Das Gebiet FaGe beinhaltet verschiedene handlungsspezifische Felder, wie beispielsweise Pflege und Betreuung», erklärt Christen. «Weiter gibt es Kompetenzen wie Körperpflege oder die Patienten bei der Bewegung zu unterstützen.» Jeder Kandidat erhält zwei Simulationspatienten, die versorgt werden müssen. «Was genau mich erwartet, weiss ich nicht. Aber ich denke, es ist vergleichbar mit den Lehrabschlussprüfungen.»

Marina Christen bei ihrer Arbeit im Kantonsspital Baden.

Marina Christen bei ihrer Arbeit im Kantonsspital Baden.

Doch wie bereitet man sich auf etwas vor, über das man noch gar nichts weiss? «Wir konnten an zwei Trainingstagen mit Dozenten üben», erzählt die junge Frau. «Nebenbei schaue ich mir noch alle Handlungsabläufe aus unseren Berufsschulbüchern an.» Der Wettbewerb wird an der Ostschweizerischen Bildungsausstellung stattfinden. Oberstufenschüler sind eingeladen, mehr über das Berufsfeld zu erfahren. Daher wird es vor dem Zelt ausgebildete Fachkräfte haben, die den Zuschauern die Vorgänge erklären. «Ausserhalb des Zeltes wird man uns hören können, da wir Mikrofone tragen werden, aber die Zuschauer können nicht mit uns kommunizieren.»

Zum Dank ein Lächeln

«Ich liebe meinen Beruf. Es ist zwar nicht immer einfach, wenn ich an einem Wochenende arbeiten muss und meine Freunde frei haben», meint Christen. «Aber das gehört dazu. Ausserdem habe ich dafür unter der Woche frei und kann shoppen gehen, wenn alle Läden leer sind.» Sie schwelgt in Erinnerungen: «Ich kann mich noch an das Ende des ersten Lehrjahres erinnern: Damals waren wir zum ersten Mal für die Patienten zuständig. Das war ein tolles Gefühl.» Ein halbes Jahr wird sie noch als FaGe im Kantonsspital Baden arbeiten. Danach möchte sie sich zur Pflegefachfrau HF weiterbilden lassen. «Es gibt jeden Tag eindrückliche Momente, aber ich finde, ein Lächeln ist die schönste Art, uns Danke zu sagen.»