Dottikon

«Mangelnde Akzeptanz»: Deshalb hat der Gemeindeschreiber gekündigt

Michael Schaeren arbeitet nicht mehr auf der Gemeindeverwaltung von Dottikon.

Michael Schaeren arbeitet nicht mehr auf der Gemeindeverwaltung von Dottikon.

Der ehemalige Dottiker Gemeindeschreiber Michael Schaeren erläutert in einem Brief die Gründe seiner Kündigung.

Als die Gemeinde Dottikon im vergangenen September über den Weggang von Gemeindeschreiber Michael Schaeren informierte, klang alles friedlich. Schaeren habe sich entschieden, den anstehenden Entwicklungsprozess in der Verwaltung einer jüngeren Führungsperson zu überlassen, und habe deswegen die Kündigung auf Ende Jahr eingereicht, schrieb die Gemeinde in einer Mitteilung.

Und: Der Gemeinderat bedauere den Entscheid. Ähnlich begründete Schaeren, der 2012 die Stelle in Dottikon antrat, seinen Abgang gegenüber der AZ.

Gemeindeschreiber spürte keine Rückendeckung

Jetzt, vier Monate danach, zeigt sich, dass mehr hinter der Kündigung von Schaeren steckt, als es im September den Anschein machte. Wie der «Wohler Anzeiger» berichtet, bedankt sich der ehemalige Gemeindeschreiber in einem Brief bei den ehemaligen Mitarbeitenden, äussert darin aber auch Kritik.

«Natürlich habe ich meine Ecken und Kanten, aber wenn ich früher konstruktive Feedbacks erhalten hätte, ob nun seitens der Mitglieder des Gemeinderates oder von Mitarbeitenden, dann sähe die Situation heute wohl anders aus. Als selbstkritische Person bin ich lernfähig», zitiert ihn die Lokalzeitung.

Offenbar ist es zu Spannungen zwischen Schaeren und einer Mitarbeiterin gekommen, woraufhin die Gemeinde eine Mediatorin einsetzte. Nach deren Abklärungen hat Schaeren gekündigt, was dieser wie folgt im Brief begründet: «Die mangelnde Akzeptanz und die nicht spürbare Rückendeckung waren keine Basis, um das Arbeitsverhältnis konstruktiv fortsetzen zu können.»

Es hätte keine Veranlassung bestanden, Michael Schaeren das Vertrauen zu entziehen, sagt Roland Polentarutti, Gemeindeammann von Dottikon, zum «Wohler Anzeiger», er zeigt sich aber auch selbstkritisch. «Im Nachhinein gesehen, hätte der Gemeinderat wohl früher aktiv werden müssen. Ob das Ergebnis dann ein anderes gewesen wäre, bleibt dahingestellt.» 

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