Muri
Manchmal werde zwei bis vier Jahre am Bewilligungsverfahren «herumgedoktert»

Die Gemeindeammänner des Bezirks Muri sind wegen schleppenden Abläufen im Departement Bau, Verkehr und Umwelt ziemlich sauer.

Eddy Schambron
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Gemeindeammänner Bezirk Muri

Gemeindeammänner Bezirk Muri

Aargauer Zeitung

Es geht lange, bis eine Baubewilligung vorliegt, vor allem für Vorhaben in der Landwirtschaftszone und wenn es um den Ortsbildschutz geht. Zu lange. «Allein in Sins haben wir zehn Fälle», stellte der Sinser Gemeindeammann Josef Huwiler an der Frühjahrstagung der Gemeindeammännervereinigung des Bezirks Muri fest. Er wollte die Erfahrungen seiner Amtskolleginnen und –kollegen mit dem Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) einholen. Und die sind ähnlich bemühend wie seine eigenen. Landammann und Departementsvorsteher Stephan Attiger und seinen Leuten weht aus dem Süden eine steife Bise entgegen.

Manchmal werde zwei bis vier Jahre am Bewilligungsverfahren für ein Projekt «herumgedoktert», sagte Huwiler. «Es wird versprochen und nichts gehalten.» Bei Projekten in der Weilerzone bestehe die Tendenz, «dass alles abgeschmettert wird», stellte Albert Betschart, Beinwil, fest. Gehe es darum, in dieser Zone sinnvollen Wohnraum zu realisieren, würden vom Departement BVU «nur Steine in den Weg gelegt.» Bei einem Projekt für eine Biogasanlage im Murimoos seien «einfach die Spielregeln geändert worden», beklagte sich Claudia Hoffmann aus Kallern und Pius Wiss, Dietwil, meinte, Probleme würden oft beim Ortsbildschutz bestehen. Manchmal habe man das Gefühl, es gehe eher «um die Selbstverwirklichung von Leuten in Aarau» als um sachliche Beurteilungen. «Es wäre für die Planer wichtig und nötig, klarere Vorgaben zu haben.» René Meier aus Aristau stellte fest, «dass es immer wieder ein Pingpong hin und her gibt» und nicht innert nützlicher Frist entschieden werden. «Man weiss nicht, woran man ist», unterstrich Marlise Müller aus Bünzen. Der Spielraum werde sehr unterschiedlich ausgelegt, fand auch Ralf Bucher, CVP-Grossrat und Geschäftsführer des Bauernverbandes Aargau. Auch sein Verband sei an diesem Thema und er machte beliebt, das Vorgehen zu koordinieren. Es sei ein kantonales Problem und nicht nur eines im Freiamt.

Mehr Standortpromotion

An ihrer Frühjahrstagung genehmigten die Gemeindeammänner die Rechnung 2016 und verzichteten gegenwärtig auf eine Wahl einer zweiten Delegation in den Vorstand des Vereins Familienberatung des Bezirks Muri. Obmann Hans-Peter Budmiger machte beliebt, diese Wahl im Dezember, zusammen mit der Wahl aller anderer Delegationen vorzunehmen. Das aktuelle Projekt im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) befasst sich mit Standortpromotion, wie Pius Wiss aus Dietwil, Präsident des Regionalplanungsverbandes Oberes Freiamt, ausführte. Das obere Freiamt soll noch besser als attraktiver Wirtschafts- und Wohnraum wahrgenommen werden.