Wohlen

«Man könnte sie ins Kunsthaus stellen»

Die Bildhauer Rafael Häfliger und Alex Schaufelbühl verraten den Schülern ihre Tricks.  aw

Die Bildhauer Rafael Häfliger und Alex Schaufelbühl verraten den Schülern ihre Tricks. aw

Statt teure Skulpturen zu kaufen, durften die Schüler der HPS selber zu Künstlern werden. Sie gestalteten verschiedene Kunstwerke.

Schon von weitem hört man ein lautes Hämmern hinter dem Neubau der Heilpädagogischen Schule (HPS) in Wohlen. Man muss bis ganz hinunter in den Keller und in den Hof des Werkzimmers gehen, um dessen Ursache zu finden: Einige Schüler klopfen fein säuberlich mit Meissel und Hammer Stück um Stück aus einem Sandstein heraus – andere hämmern lustvoll drauflos.

«Aber das dürfen sie auch. Hier und jetzt haben sie die Gelegenheit, sich der Materie Stein anzunähern», betont Bildhauer Alex Schaufelbühl, der zusammen mit seinem Berufskollegen Rafael Häfliger die etwas andere Projektwoche der HPS leitet.

Schüler sollen mitgestalten

«Vom Neubau her hatten wir einen gewissen Prozentsatz für die künstlerische Verschönerung des Gebäudes vom Kanton zugute», erklärt Schulleiter Oskar Müller. «Aber wir fanden, anstatt eine teure Skulptur anzuschaffen, die dann einfach herumsteht, möchten wir die Kinder lieber daran beteiligen.» Und diese Rechnung ist aufgegangen, denn die Kinder wollen kaum mehr von der Arbeit nach Hause gehen.

«Die Schulleitung hat uns angefragt, ob wir uns für eine Projektwoche zur Verfügung stellen würden», erinnert sich Rafael Häfliger. «Wir haben überlegt, was wir mit den Kindern machen könnten, und sind auf die Idee mit den Masken gekommen.»

Alle 69 Schüler der HPS – vom Kindergarten bis zur Oberstufe – durften eine eigene Maske aus Ton modellieren, die dann in verschiedenen Schritten am Ende in Beton gegossen wurde. «Das hat mega Spass gemacht», ist Mergim (13) begeistert.

Staunende Künstler

Aber nicht nur die Schüler hatten Spass. «Es ist unglaublich, wie intuitiv die Kinder arbeiten können. Wir Künstler versuchen ständig, den Kopf auszuschalten, um frei aus dem Bauch heraus zu arbeiten. Aber uns gelingt das nie ganz», berichtet Alex Schaufelbühl. «Die Kinder hingegen beginnen einfach und bringen die tollsten Kunstwerke hervor, über die wir nur staunen können.» Häfliger stimmt ihm zu: «Einige der entstandenen Betonmasken könnte man direkt ins Kunsthaus stellen.»

Spezialwoche der HPS Wohlen

Spezialwoche der HPS Wohlen

Dass die Künstler über sie staunen, glauben die Kinder nicht so recht. Denn im Gegenzug staunen auch sie darüber, dass die Bildhauer mit einer so tollen Arbeit ihr Geld verdienen. «Die Arbeit mit den Künstlern ist super. Von mir aus könnte das immer so weitergehen», findet Alexandra (17). Sie hat versucht, ihr eigenes Gesicht aus Ton nachzubilden. «Das war nicht einfach, aber eine tolle Erfahrung.»

Andere Kinder haben garstige Fratzen gestaltet. «Einige wollten tierische Gesichter machen. Das war nicht vorgesehen, aber am Ende sind die tollsten Masken entstanden», freut sich Schaufelbühl. Femi (12) hat eine lachende Maske hergestellt: «Mein Gesicht sollte lachen, denn das Kneten und Arbeiten mit all meinen Kollegen hat mir so viel Spass gemacht», erklärt er.

Dass die Projektwoche so extrem positiv einschlagen würde, hätte Schulleiter Oskar Müller nicht gedacht. «Das wird sicher nicht die letzte gestalterische Woche gewesen sein», verspricht er.

Meistgesehen

Artboard 1