Bremgarten
Malerisches Bremgarten: Stadt und Stadträtin stehen Modell

Zum 10. Mal betreuten Profikünstler Malbegeisterte beim Zeichnen des Städtchens Bremgarten. Dabei gab es ein Novum. Die Teilnehmer konnten aus zwei Themen auswählen.

Susanna Vanek
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Malerische Bremgarterin: Stadträtin Monika Briner (links) stand den Malenden als Modell zur Verfügung.

Malerische Bremgarterin: Stadträtin Monika Briner (links) stand den Malenden als Modell zur Verfügung.

Susanna Vanek

Christine Honegger sitzt am Tisch und konzentriert sich darauf, ihre Skizze einer Bremgarter Ansicht auf Papier wieder zu geben. Neun Mal hat sie bereits bei der Veranstaltung «Malerisches Bremgarten» mitgemacht, nur einmal musste sie passen, da war sie krank.

Neben der Leidenschaft fürs Malen, die sie nicht nur an den letzten Juni-Wochenenden auslebt, war für sie die Motivation fürs Mitmachen der Umstand, dass sie, die in Bremgarten wohnt, das Reussstädtchen so sehr gut kennen lernte. «Man nimmt plötzlich Sachen wahr, die einem früher nie aufgefallen sind», meint sie.

Ruschy Hausmann, der als Künstler in der Region bekannt ist, hat ebenfalls schon mehrmals an «Malerisches Bremgarten» teilgenommen. Sein Beweggrund ist es, aus dem Atelier herauszukommen, draussen zu malen, mit allen Widrigkeiten des Wetters. Zudem gefällt ihm das Zusammensein mit anderen, «und ich finde, die Idee der Veranstaltung ist es wert, unterstützt zu werden.» Er beherbergt an diesen Wochenenden jeweils Christine Maureoux, die aus Fribourg an die Veranstaltung anreist. Für sie ist «Malerisches Bremgarten» eine Art Familientreffen, im Sinne, dass sie Bekannte trifft und die Malgemeinschaft in den letzten Jahren in gewisser Weise zu einer Familie wurde. Für Nelly Stutz aus Unterlunkhofen ist der Anlass wichtig, weil sie sonst nie so viel Zeit an einem Stück fürs Malen findet.

Stadträtin Briner steht Modell

Lanciert wurde «Malerisches Bremgarten» von Romy Latscha, die die Idee aus Holland mitbrachte und den Anlass jedes Jahr im Reussstädtchen durchführte. Dieses Jahr hatten sich 24 Personen angemeldet. Die Malenden wurden dabei jeweils von einer professionellen Malerin oder einem professionellen Maler unterstützt. Die ersten drei Jahre übte die holländische Künstlerin Else van der Sloot das Amt aus, für die Jubiläumsaustragung reiste sie mit Ehemann Gilbert erneut ins Freiamt. Ihr zur Seite stand, wie schon letztes Jahr, Daniel Danihelka aus Unterengstringen. Wie gewohnt gaben die beiden Künstler nicht nur während des Malens Tipps, sondern führten an beiden Tagen jeweils zum Schluss eine Besprechung der Bilder durch.

Als Novum konnten die Teilnehmer aus zwei Themen wählen: Wer wollte, konnte wie gewohnt das Städtchen malen. Die anderen durften sich im Porträtzeichnen üben. Als Modell stellte sich am Samstag Stadträtin Monika Briner zur Verfügung. «Ich bin angefragt worden, und weil ich es eine gute Sache finde, entschloss ich mich, mich zur Verfügung zu stellen», erzählte sie. Am Sonntag posierte der Ehemann Van de Sloots.

Weil es am Samstagnachmittag kurz regnete und weil sich der Himmel auch danach immer wieder verdunkelte, zogen es die meisten Maler vor, sich nicht zu weit vom Cafferino von Silvano De Matteis zu entfernen. Am Sonntag war es vielen angenehmer, nicht stundenlang in der prallen Sonne zu sitzen. Auch da war das Cafferino ein guter Aufenthaltsort.

Die 10. Austragung von «Malerisches Bremgarten» soll die letzte gewesen sein, jedenfalls in dieser Form. Latscha, die viel Aufwand betrieb, damit der Anlass jeweils reüssierte, kann und will ihr Engagement in dieser Form nicht mehr weiterführen. «Ich denke aber, dass es in der einen oder anderen Form schon weiter gehen wird», meinte sie. Und schmunzelt: «Schliesslich will sich die Familie ja sehen.»