Sarmenstorf

«Mäni de Amme» übernimmt das Zepter

Die Heuröpfel-Zunft hat einmal mehr bewiesen, wie meisterhaft sie es versteht, einen unterhaltsamen Abend zu gestalten.

Die Schlange vor der kleinen Wahlkabine am Eingang der Mehrzweckhalle versprach einen interessanten Abend. Schliesslich galt es nicht nur einen Zunftmeister zu wählen, sondern den Jubiläumszunftmeister. Bis der letzte Wahlzettel ausgezählt war, sorgten die Moderatoren Alex und Theo für gute Unterhaltung. Dabei hatten sie sogar politische Unterstützung.

Seit nunmehr 55 Jahren begeht die Heuröpfel-Zunft ausgelassen die närrische Zeit in Sarmenstorf. Natürlich lassen sich die Mitglieder die Gelegenheit nicht entgehen, die Fasnacht 2019 zu einer besonderen zu machen. Neben der Heuröpfel-Party am 16. Februar sowie dem traditionellen Zunftball am 1. März erwarten die Feierfreudigen noch extra Termine. «Am 15. Februar eröffnen wir die ‹55h-Bar›», erklärte Vereinspräsident Heinz Joho. Ein weiteres Highlight werde der Jubiläumsumzug am 17. Februar sein. Damit einer bei all dem Trubel den Überblick behält, gibt es einen Zunftmeister. Seine Wahl ist immer ein feines Spektakel.

Besser etwas Mineral trinken

In diesem Jahr holten sich Theo und Alex Hilfe aus der grossen Politik. Niemand geringerer als Doris Leuthard – jedenfalls sah die Dame der originalen Doris Leuthard ein wenig ähnlich – half bei der komplizierten Stimmenauszählung. Doch es sollte noch ein wenig dauern, bis Doris alle Stimmen beisammen hatte.

Derweil blickte der scheidende Zunftmeister «Roggi de Wildi», auch bekannt als Tobias Roggwiler, auf die letzte Fasnacht zurück: «Die war kurz, aber toll. Der Sommer war dann eher ruhig.» Er gab zu, in jenen Tagen entgegen dem Rat seiner Ehrendamen eventuell kein Mineral getrunken zu haben. Deswegen gab er seinem Nachfolger mit auf den Weg: «Immer etwas Mineral trinken.»

Mittlerweile hatte sich Doris mit ihrem ganz eigenen System durch die Wahlzettel gearbeitet, bat aber noch um Geduld. Also nahmen die Zunftmeister-Kandidaten entspannt auf einer Couch auf der Bühne Platz. Gemeindeammann und Kandidat Meinrad Baur warf seine Erfahrung in Sachen Fasnacht in die Waagschale, während Hans (Chendo) Huber sein legendäres Notizbuch sowie seine Zeit als Zunftmeister 2012 anführte.

Sarmenstorf: «Mäni de Amme» übernimmt das Zepter

Laut und deutlich nimmt «Mäni» die Wahl an.

Nach und nach lichtete sich die Reihe der Anwärter auf dem Sofa. Doris musste schliesslich gestehen, dass sie einen grossen Kübel mit Stimmen übersehen hatte. «Da sind ja nur Stimmen für eine Person drin», stellte das Moderatorenduo erstaunt fest. «Wer die bekommt, der ist der neue Zunftmeister.» Die Spannung stieg, endlich zogen Alex und Theo einen Zettel: «Der Jubiläumszunftmeister ist ... Meinrad Baur, unser Ammann.»

Vermutlich war es ein Zeichen

«Er ist der richtige Mann für diese Aufgabe», lobte Heinz Joho den neuen Zunftmeister. Seit 1998 sei er Mitglied der Zunft und ein begeisterter Fasnächtler, wenn er in seiner Freizeit nicht gerade Ski fahre. Beruflich ist er Geschäftsführer der NOW-Consulting AG, die Apps für Drucker entwickelt. Im Juli 2018 ist Baur zum Gemeindeammann von Sarmenstorf gewählt worden und wird nun als Zunftmeister «Mäni de Amme» den Überblick in der Fasnacht behalten.

In Begleitung seiner Ehrendamen Karin Amstutz und Fabienne Rohr übernahm Meinrad Baur strahlend das Zepter. Die Fasnachtsplakette durfte ihm seine Frau Brigitte umlegen. Vermutlich sei es ein Zeichen gewesen, dass er 1965 an einem Fasnachtssamstag geboren wurde, an dem erstmalig der Zunftball veranstaltet wurde, vermutete «Mäni de Amme» und fügte abschliessend hinzu: «Ich wünsche euch eine superschöne Fasnacht.»

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