An der «Wintergmeind» vom 24. November wird ein Kredit von einer Million Franken für die Sanierung der Kanalisationen im gesamten Gemeindegebiet beantragt. Aber obwohl das sehr viel Geld ist, glaubt Gemeindeammann Michel Christen nicht, dass dieses Traktandum zu grösseren Diskussionen führen wird.

Hingegen könnten 170'000 Franken für eine neue Asylunterkunft für Wirbel sorgen. Die Waltenschwiler sind allerdings normalerweise einsichtig, wenn ihnen der Gemeinderat gute Gründe für eine solche Investition liefern kann. Auf dieses Verständnis hofft Christen auch diesmal, denn er hat griffige Argumente, um die 170'000 Franken zu erklären. Und das, obwohl eine neue Asylunterkunft derzeit eigentlich gar nicht notwendig wäre. Doch: «Beim Kanton weiss man nie», sagt der Ammann. «Derzeit erfüllen wir das Kontingent von 17 Asylsuchenden. Aber es ist gut möglich, dass die kantonale Unterkunft, die bei uns im Dorf geführt wird, bald geschlossen wird. Dann müssten wir handeln.»

Container statt Häuser

Christen rechnet vor: «Die Ersatzabgabe pro nichtaufgenommene Person liegt pro Tag bei 110 Franken. Für fünf Personen kämen wir also pro Jahr auf 198'000 Franken. Da macht es absolut mehr Sinn, eine solche Containerlösung, in der sechs bis acht Personen untergebracht werden können, bereits im Voraus anzuschaffen.» Ausserdem möchte der Gemeinderat die Gemeindeliegenschaften, die derzeit mangels Alternativen als Asylunterkunft genutzt werden, lieber wieder an junge Familien vermieten können. Auch dies zählt Christen als Grund auf, der für eine neue Containerlösung spricht. Ausserdem können die Container später auch für Vereine oder die Gemeinde selbst genutzt werden, falls das Kontingent sinken sollte.

Steuern steigen um 3 Prozent

Die bereits erwähnten Kanalisationsarbeiten sind finanziell der grösste Brocken, der zu stemmen sein wird. Das gesamte Kanalisationsnetz ist aber schon untersucht worden, sodass kaum noch böse Überraschungen warten sollten und der Kostenrahmen ziemlich genau abgeschätzt werden kann. Alle Leitungen des Dorfes sind in vier Zonen unterteilt worden, von denen in den nächsten vier Jahren jeweils eine saniert werden soll.

Für weitere 395'000 Franken sollen die Werkleitungen in der Gründlistrasse/Titlisstrasse im Bereich des neuen Werk- und Feuerwehrgebäudes «FeuerWerk» saniert und ausgebaut werden. Ausserdem beantragt der Gemeinderat 180'000 Franken für Neuerschliessung, Erweiterung und Erneuerung der Strassenbeleuchtung im Gemeindegebiet. Und zwar an vier Orten: Sonnenrain (Wygärte) sowie im Grossächer (Büelisacker) sollen neu erschlossen und mit LED-Leuchten ausgestattet werden, während beim «FeuerWerk» sowie bei der Kindergartenstrasse, die sowieso gerade saniert wird, was Synergien bietet, die alten Leuchtstoffe durch LED ersetzt beziehungsweise die Beleuchtung erweitert werden soll.

Ausserdem sollen die Waltenschwilerinnen und Waltenschwiler über das Budget 2018 mit einem gleichbleibenden Steuerfuss von 106 % beschliessen. Dieses Jahr bedeutet ein gleichbleibender Steuerfuss grundsätzlich eine Steuerfusserhöhung von 3 %, denn in einem Abtausch erhöht der Kanton seinen Steuerfuss um 3 %, dafür sollen die Gemeinden ihren senken. «In einer Umfrage haben von 176 Gemeinden jedoch 43 % angegeben, sie könnten ihren Steuerfuss nicht senken. Wir sind also in bester Gesellschaft», so Christen. Seine Erklärung wird er am 24. November gerne vorrechnen.