Rechnung Wohlen

Macht endlich Nägel mit Köpfen

Gemeindeammann Arsène Perroud und Finanzministerin Ariane Gregor bei der Präsentation der Jahresrechnung.

Gemeindeammann Arsène Perroud und Finanzministerin Ariane Gregor bei der Präsentation der Jahresrechnung.

Mit dem Ruf nach einer Steuererhöhung kann sich ein Gemeinderat keine Lorbeeren holen. Im Gegenteil: Ihm wird vorgeworfen, er habe die Finanzen nur deshalb nicht im Griff, weil er das vorhandene Sparpotenzial nicht ausschöpfe.

Zumindest in Wohlen war das in den letzten Jahren so. Der Gemeinderat wollte mehr Geld, der Einwohnerrat mehr Sparen. Er verweigerte Steuererhöhungen und zeigte dem Gemeinderat, wie man spart: nur noch 80 statt 100 Gramm schweres Papier in der Verwaltung, kein Jubiläumsbeitrag für die Musikschule, weg mit dem traditionellen Neujahrsapéro, weniger Aus- und Weiterbildung für das Gemeindepersonal, kein Unterhalt von Flurwegen.

Hat das Wohlen weitergebracht? Nein! Weder ist dadurch die Steuerkraft pro Einwohner gestiegen, noch hat sich damit der langsame Zerfall öffentlicher Gebäude aufhalten lassen. Was die Überweisung solcher Mumpitz-Anträge höchstenfalls bewirkt hat, ist die Steigerung des Selbstwertgefühls sparwütiger Einwohnerräte.

Wohlen muss verschiedene Schulhäuser renovieren und neue bauen, Wohlen muss Strassen sanieren, Wohlen muss in verschiedenen Bereichen attraktiver werden, wenn es neue gute Steuerzahler anziehen und damit die Ertragslage verbessern will. Wohlen muss gegen 85% seiner Einnahmen in gebundene Ausgaben investieren – Aufgaben, die Bund und Kanton vorschreiben. Wenn Wohlen trotzdem vorwärtskommen will, dann gibts nur eines: Macht endlich (Steuer-)Nägel mit Köpfen.

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