«Wenn Eltern Kinder in die Welt setzen, ohne die Kinder zuvor zu fragen, dann sollen sie diese auch grossziehen. Danach gehen die Kinder ins Ausland, die Eltern ins Altersheim!» Mit provokativen Sätzen und einem süffisant-übertriebenen Machogehabe hat Thomas Giger, gespielt von Ludwig Stecher, schnell die Lacher auf seiner Seite. Nach wenigen Minuten gibts den ersten Beifall, das Publikum ist begeistert von der Story.

Wirrungen und etwas Liebe

Die Komödie in drei Akten hat es in sich. Insgesamt treten zehn Charaktere auf, die Geschichte besteht aus verschiedenen Handlungssträngen. Dank einer grosszügig gestalteten Broschüre mit Angaben zu Inhalt und Schauspielern werden die Fronten gleich zu Beginn geklärt.

Nach einer Begrüssung durch Patrick Kurman gibt der Vorhang den Blick auf ein detailreiches, aufwändig gestaltetes Bühnenbild frei. In die Kulisse des Business-Appartements tritt der dauergestresste Chef-Chemiker Giger.

Das Gegenteil eines Hausmannes

Immer auf Achse ist er das genaue Gegenteil eines Hausmanns, nur zu gerne überlässt er jegliche Hausarbeit seiner hilfsbereiten Nachbarin Lisa Forster, die trotz seines Gehabes heimlich ein Auge auf ihn geworfen hat. Davon bemerkt Giger zunächst freilich wenig, denn sein gewohnter Tagesablauf wird jäh aus der Bahn geworfen, als sein Vater unverhofft bei ihm einzieht.

Keinesfalls sollte jemand von diesem Umstand erfahren, schliesslich vertritt Giger die Ansicht, jeder solle sich selbst helfen. Und so beginnt ein Mogelspiel aus Notlügen, bei denen Giger seine ganze Fantasie spielen lässt, um nicht preisgeben zu müssen, dass der alte Herr in Wirklichkeit sein Vater ist.

Ob Ornithologe oder schwedischer Geschäftsmann - Giger zieht sämtliche Register, wenn es darum geht, die wahre Identität seines Vaters zu vertuschen. Kein Wunder, zweifelt der Vater schliesslich an der Erziehung des Juniors.

Und als dann auch noch ein Dieb (gespielt von Franz Troxler) seine Beute in Gigers schickem Appartement versteckt, plötzlich ein Polizist (Marco Meier) herumschnüffelt und ein Spanner sein Unwesen treiben soll, ist das Durcheinander perfekt.

Tradition mit Erfolgsquote

Die jährlichen Theateraufführungen haben in Auw lange Tradition. Was von Mitgliedern des Turnvereins Auw im Jahre 1937 eingeführt wurde, entwickelte sich bald zu einem beliebten Theateranlass. Auch die diesjährige Aufführungsreihe war wieder ein Volltreffer: Rund 250 Besucher fanden sich zur sechsten Vorführung am Donnerstagabend im Mehrzweckgebäude Auw ein.

Hanna Gehrig, die als Regisseurin seit 1998 die Verantwortung für die Aufführungen trägt, ist zufrieden: «Nach mehr als 35 Proben seit Ende August ist das Stück nun ein voller Erfolg geworden. Wir haben es ausgewählt, da es unterhaltsam und witzig ist, aber auch genügend Schauspieler erfordert.»

Alle Mitwirkenden können mehr als zufrieden sein: Das pointenreiche Stück sorgte für einen spannenden Abend, das Publikum amüsierte sich köstlich. Kein Besucher ging ohne ein Lachen nach Hause.

«Wo d Liebi äne fallt» Die letzte Aufführung des Theaterstücks findet heute Samstag, 27. November, 20.15 Uhr im Mehrzweckgebäude Auw statt.