Boswil
Löschwasser gefriert zu Eis – und erhöht die Gefahr für die Feuerwehr massiv

In der kalten Jahreszeit steigt das Unfallrisiko für die Einsatzkräfte der Feuerwehr. Das war etwa beim Hausbrand in Boswil der Fall.

Eddy Schambron
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Gefahr für Feuerwehrleute durch gefrierendes Löschwasser: Salz und Splitt helfen gegen Ausrutscher.

Gefahr für Feuerwehrleute durch gefrierendes Löschwasser: Salz und Splitt helfen gegen Ausrutscher.

Wie wenn das Löschen eines Brandes nicht schon gefährlich genug wäre: Beim Brand in einem Wohnhaus in Boswil am frühen Freitagmorgen waren die Feuerwehrleute von Boswil und der Stützpunktfeuerwehr Muri einer zusätzlichen Gefahr ausgesetzt: gefrierendes Wasser.

Die Bewohner des Hauses gestern Freitag in Boswil waren in Sicherheit, während die Einsatzkräfte der Feuerwehr den Brand bekämpften. Dafür stieg die Unfallgefahr für die Einsatzkräfte massiv.

Bei tiefen Temperaturen, wie sie zurzeit herrschen, sind die Löscharbeiten mit Wasser insofern ein grosses Problem, als das abfliessende Wasser schnell gefriert und den Arbeitsplatz der Feuerwehrleute zur Eisbahn machen kann. «Es ist tatsächlich so», sagt Thomas Strebel, Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Muri, «die Gefahr, auf gefrorenem Löschwasser rund um den Brandherd auszugleiten, ist gross.»

Salz und Splitt

Gegen die Eisbildung geht die Feuerwehr mit Salz und Splitt vor. Auch wird nach Möglichkeit verhindert, dass Wasser auf naheliegende Strassen fliessen kann und dort als Eisschicht eine Gefahrenquelle für den Verkehr bildet.

Zudem wird ein Brandplatz immer möglichst grossräumig abgesperrt. «In Boswil sah ich Feuerwehrleute ausrutschen und stürzen», stellt Strebel fest, «aber es hat sich glücklicherweise niemand dabei verletzt.»

Das Feuer war im Haus in Boswil am frühen Freitagmorgen ausgebrochen.
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Brand Boswil
Der entstandene Sachschaden ist beträchtlich.

Das Feuer war im Haus in Boswil am frühen Freitagmorgen ausgebrochen.

Kapo Aargau

Kein Problem ist es, das Einfrieren des Löschwassers ab Hydrant zu verhindern. «Wenn eine Leitung gerade nicht gefordert ist, lassen wir immer etwas Wasser laufen, damit nichts einfriert.» Abgesehen davon können so tiefe Temperaturen den Einsatz auch sonst zu einer Tortur machen: Gegen die langsam durchkriechende Kälte schützt die Bekleidung nur beschränkt.

Nach dem Einsatz in Boswil musste die Stützpunktfeuerwehr übrigens ohne Pause gleich zum nächsten Einsatz fahren: Im Industriegebiet in Muri, bei der Stäger Verpackungen AG, schmolz eine Maschine unbeabsichtigt Plastikfolie, was zu einer starken Rauchentwicklung führte und die Brandmeldeanlage in Betrieb setzte.

«Wir waren rasch vor Ort und hatten die Situation auch schnell unter Kontrolle», freut sich Strebel. Erst nach diesem Einsatz konnte die ausgerückte Mannschaft wieder zurück ins Magazin.

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