Der neue Wohler Gemeindeammann verdient ab 1. Januar 2014 deutlich weniger als bisher. Mit 17 Ja- zu 13 Nein-Stimmen unterstützte der Einwohnerrat einen Antrag von Jean-Pierre Gallati (SVP). Demnach wird der Lohn des Ammanns ab der kommenden Amtsperiode fix mit 5 Prozent über dem eines Abteilungsleiters der Gemeinde festgesetzt. «Das gibt ungefähr 200 000 Franken, so viel verdient der Stadtpräsident von Bern, das ist auch für Wohlen genug», argumentierte Gallati.

Damit ging das Gemeindeparlament über den Antrag einer überparteilichen Arbeitsgruppe und der Geschäftsprüfungskommission hinaus - diese hatten eine Fixierung des Ammann-Lohns bei 15 Prozent über dem höchsten Gehaltsband der Wohler Gemeindeangestellten vorgeschlagen.

Der Gemeinderat unterlag mit seinem Antrag, die geltende Abstufung nach Amtsperioden beizubehalten. Bisher galten folgende Zuschläge im Vergleich zum obersten Gehaltsband: plus 5,5% in der ersten, plus 13,1 Prozent in der zweiten und plus 20,8 Prozent ab der dritten Amtsperiode.

Keine Sonderregelung für Walter Dubler

In konkreten Zahlen: Walter Dubler, der seit 1998 im Amt ist, verdiente bisher 217’175 Franken pro Jahr. Mit der neuen Regelung würde Dubler ab dem 1. Januar 2014 noch auf 188’770 Franken kommen, also 28’405 Franken weniger verdienen als bisher.

Denn das neue Lohnsystem gilt auch für den bisherigen Amtsinhaber, falls dieser im Herbst erneut antritt und wiedergewählt wird. Eine spezielle «Lex Dubler» fand im Einwohnerrat knapp keine Mehrheit: Das Parlament lehnte den Antrag des Gemeinderats mit 15 Nein- zu 13 Ja-Stimmen bei 4 Enthaltungen ab, den amtierenden Ammann bei einer Wiederwahl von der Reduktion auszunehmen.

Gemeinderat Urs Kuhn argumentierte vergebens: «Damit folgen wir dem Grundsatz der Besitzstandwahrung.» SVP-Vertreter Gallati konterte, hier gehe es nicht um Besitzstandwahrung, weil alle möglichen Kandidaten – auch der Amtsinhaber – jetzt schon wüssten, wie hoch der Ammann-Lohn in der neuen Amtsperiode sein werde.

Walter Dubler selber verfolgte die Debatte im Einwohnerrat schweigend, und auch nach der Sitzung wollte der Gemeindeammann keine Stellung zum Entscheid des Ortsparlaments nehmen.