Lindenberg
Ab sofort wird sich hier niemand mehr verlaufen: Der Weg zum höchsten Punkt des Lindenbergs ist beschildert

Weil viele Wanderer den höchsten Punkt auf dem Lindenberg nicht finden konnten, hat der Verein Erlebnis Freiamt eine neue Beschilderung angebracht. Neu zeigen Wegweiser eine Verbindung zweier Routen des Freiämterwegs an, die am Gipfelkreuz vorbeiführt.

Melanie Burgener
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Freuen sich über die neue Beschilderung beim höchsten Punkt des Lindenbergs: Adrian Heimgartner (Verantwortlicher des Freiämterwegs), Peter Burri (Obmann der Aargauer Wanderwege im Freiamt), Toni Müller (Pflegt den Platz beim Gipfelkreuz) und Josef Burkart (ehemaliger Präsident und Ehrenmitglied des SAC Lindenberg, von links).

Freuen sich über die neue Beschilderung beim höchsten Punkt des Lindenbergs: Adrian Heimgartner (Verantwortlicher des Freiämterwegs), Peter Burri (Obmann der Aargauer Wanderwege im Freiamt), Toni Müller (Pflegt den Platz beim Gipfelkreuz) und Josef Burkart (ehemaliger Präsident und Ehrenmitglied des SAC Lindenberg, von links).

Melanie Burgener

Gipfelkreuz und Gipfelbuch – sie gehören auf jeden höchstgelegenen Punkt der Landschaft. Dies gilt auch für den Lindenberg. Und das, auch wenn der dortige höchstgelegene Punkt mitten im Wald liegt und nur 878 Meter über Meer misst.

Trotzdem markieren auf einem kleinen gepflegten Platz mitten im Wald ein Holztisch mit Stühlen, eine Sitzbank und ein grosser Stein den Ort, an dem der Freiämter Hausberg seinen höchsten Punkt erreicht. Darauf sind die Freiämter stolz. Und das, selbst wenn dieser höchste Punkt des Freiamts geografisch gar nicht mehr im Freiamt liegt, sondern im Nachbarkanton Luzern.

«Es ist ein wirklich magischer Ort hier», sagt Adrian Heimgartner, Vorstandsmitglied von Erlebnis Freiamt und Verantwortlicher des Freiämterwegs. Schade ist nur, dass bisher nicht sehr viele Wanderer die Gelegenheit hatten, diesen besonderen Flecken auf dem Lindenberg zu besuchen. Denn von den örtlichen Wanderwegen aus hat dieser Ort bisher meist nur entdeckt, wer gezielt danach gesucht hat – und auch daran sind einige gescheitert.

Doch ab sofort wird sich hier niemand mehr verlaufen. Denn der Weg zum Gipfelkreuz ist jetzt beschildert.

Der höchste Punkt verbindet jetzt zwei Routen des Freiämterwegs

«Der Freiämterweg wurde seinerzeit so ausgelegt, dass er jeweils auf der West- und auf der Ostseite des Lindenbergs vorbeiging, nicht aber über den höchsten Punkt führte», erklärt Adrian Heimgartner. Dabei gäbe es eigentlich einen Weg, der die beiden Routen verbindet, beim Gipfelkreuz vorbeiführt und auch nur einen kleinen Umweg bedeutet. Diese Verbindung über den «Top of Lindenberg» wird nun von 30 braunen Schildern und etwa gleichvielen aufgemalten Markierungen an Bäumen ausgewiesen.

Nun ist der Weg zum höchsten Punkt auf dem Lindenberg beschildert.

Nun ist der Weg zum höchsten Punkt auf dem Lindenberg beschildert.

Melanie Burgener

Eine Aktion, ins Leben gerufen und finanziert von Erlebnis Freiamt. Denn auch der Präsident des Vereins, Herbert Strebel, irrte auf der Suche nach diesem speziellen Ort bereits selbst im Wald umher. «Und ich wurde immer wieder von solchen angesprochen, die den Punkt nicht oder nur durch Zufall gefunden haben», sagt Strebel. Er ergänzt:

«Und weil unser Credo der Erhalt der Wertschöpfung unserer Region ist, haben wir dieses Projekt umgesetzt.»

Dies geschah unter anderem in Zusammenarbeit mit der Sektion Lindenberg des Schweizer Alpen-Clubs (SAC). Sie war es auch, die den Platz beim Gipfelkreuz geschaffen und vor Ort einen Stein samt eisernem Schild zu ihrem damaligen 100-Jahr-Jubiläum 1994 platziert hat.

Federführender der Aktion war Adrian Heimgartner, der zusammen mit Peter Burri, Betreuer der Aargauer Wanderwege im Freiamt, und Josef Burkart, ehemaliger Präsident und Ehrenmitglied des SAC Lindenberg, die Beschilderung in Angriff genommen hat. Gemeinsam sind sie die Strecke abgelaufen, haben geplant und die Markierungen montiert.

«Wir haben viel Lob erhalten, dass der Punkt jetzt gut zu finden sei»

Auch beim Gipfelkreuz wurden eine neue Markierung und eine Tafel mit einer Wegaufzeichnung angebracht. «Unterwegs sind uns Wanderer begegnet, die den Punkt gesucht haben. Wir haben von ihnen viel Lob erhalten, dass er jetzt gut zu finden sei», erzählt Peter Burri. Positive Rückmeldungen und eine speditive Zusammenarbeit habe man auch mit der Gemeinde Schongau erlebt. Denn der höchste Punkt des Lindenbergs liegt auf deren Gemeindegebiet.

Ganz besonders freut sich der Schongauer Toni Müller über die neuen Schilder:

«Ich jogge und bike immer hier vorbei. Sicher über 300-mal im Jahr.»
Adrian Heimgartner (links) und Peter Burri (rechts) sind froh, dass Toni Müller noch weiss, wer einst das Gipfelkreuz auf dem höchsten Punkt des Lindenbergs aufgestellt hat.

Adrian Heimgartner (links) und Peter Burri (rechts) sind froh, dass Toni Müller noch weiss, wer einst das Gipfelkreuz auf dem höchsten Punkt des Lindenbergs aufgestellt hat.

Melanie Burgener

Seit vielen Jahren pflegt er als Privatperson diesen Platz und sorgt dafür, dass der Stein vom SAC und die Umgebung nicht überwuchert werden und einladend aussehen. «Solange ich gesund bin, werde ich das auch weiterhin machen», sagt er. Stolz erzählt Müller, dass er ausserdem das Rätsel darüber lösen konnte, woher denn eigentlich das Gipfelkreuz stammt: «Das hat ein Privatmann aus Schongau gestellt, dem das ein grosses Anliegen war.»

Langjährige Mitglieder wurden verabschiedet

Am Mittwochabend hat der Verein Erlebnis Freiamt seine Mitgliederversammlung durchgeführt und drei langjährige Mitglieder verabschiedet. Am schwersten schien wohl die Trennung von Peter Hägler. Er ist der Vater des Freiämterweges und schon so lange im Verein, dass die Jahreszahlen seines Eintritts gar nicht mehr dokumentiert sind. «Er war einst Präsident, 2019 haben wir ihn als Verantwortlichen des Wanderwegs verabschiedet, zuletzt führte er das Vizepräsidium. Dank ihm wurde der Verein bekannt», erzählt Präsident Herbert Strebel. Weiter wurde auch Herbert Seiler verabschiedet. Seit 2013 war er der Kassier des Vereins. «Er hat dem Verein eine neue und wertvolle Sichtweise auf den Umgang mit den Finanzen eröffnet», sagt Strebel. Er hat sein Amt an Paul Buck übergeben. Rosmarie Groux war seit 2014 Verantwortliche für den Sagenweg, ihr Amt wird nun von der neugewählten Karin Renner aus Waltenschwil übernommen.
Der Verein habe die Coronazeit bisher gut überstanden und vor allem bei den Wanderführern einen grossen Anstieg verzeichnet. «Früher verkauften wir rund 150 Stück pro Jahr. Heuer waren es 364», freute sich Strebel. Als Anteilnahme am Schicksal derer, die unter der Pandemie litten, hat der Verein allen Mitgliedern, die mit der Gastronomie zu tun haben, die Mitgliederbeiträge für 2020 und 2021 erlassen. (mel)

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