Wohlen
Letzte Chance gepackt – Neeser fährt weiter für Notruf 144

Im dritten Anlauf klappt es mit der Zertifizierung: Der Rettungsdienst Neeser erhält vom Interverband für Rettungswesen das IVR-Zertifikat, welches zu Rettungseinsätzen auf Aargauer Strassen berechtigt. Und das Team stockt um zwei Mitarbeiter auf.

Robert Benz
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Rettungsdienst Neeser (von links): Wolfgang Meyer (Arzt), Belinda und Kurt Neeser (Inhaber), Hans-Peter Wyss (Betriebsleiter ab Juni), Heinz Jaeggi (externer Berater) und Ronnie Bachofner (ärztlicher Leiter).

Rettungsdienst Neeser (von links): Wolfgang Meyer (Arzt), Belinda und Kurt Neeser (Inhaber), Hans-Peter Wyss (Betriebsleiter ab Juni), Heinz Jaeggi (externer Berater) und Ronnie Bachofner (ärztlicher Leiter).

Rund eine halbe Million Schweizer Franken investiert der Rettungsdienst Neeser infolge der Zertifizierung durch den Interverband für Rettungswesen (IVR). Das IVR-Zertifikat ist im Kanton Aargau Bedingung, damit die Notrufzentrale 144 einem Rettungssanitätsdienst Aufträge zuteilt.

Bei Neeser wird das Team mit zwei neuen Mitarbeitern verstärkt. Zusätzlich werden sechs Freelancer gesucht, die sporadisch Rettungseinsätze leisten sollen.

Geschäftsführerin Belinda Neeser gibt unumwunden zu, dass die IVR-Zertifizierung für den Wohler Rettungsdienst überlebenswichtig ist. «Ohne die Rettungseinsätze könnten wir nicht überleben. Wir erhalten keine finanzielle Unterstützung vom Kanton, sondern stehen auf eigenen Beinen», so Neeser.

In den ersten beiden Zertifizierungsverfahren war der Wohler Rettungsdienst noch gescheitert, im dritten Anlauf hat es nun geklappt. Am 5. April wurde das Zertifikat überreicht, obwohl noch kleinere Formalitäten zu erledigen sind.

Externer Fachmann

Fürs Zertifizierungsverfahren hat die Geschäftsleitung mit Heinz Jäggi einen externen Fachmann beigezogen, der seine berufliche Karriere bei Neeser begonnen hatte. Die IVR--Zertifizierung als solches kommt einem Qualitätsmanagement gleich.

Wo früher in dem kleinen Betrieb mündliche Absprachen getroffen wurden, sind die Abläufe nun neu definiert. Jäggi: «Das Rettungsdienstwesen hat sich verändert und ist sehr komplex. Jetzt ist hier alles klar strukturiert.»

Jäggi betont aber auch, dass die Zertifizierung für einen kleinen, privaten Betrieb wie den Rettungsdienst Neeser einen Kraftakt darstellt, einen «unglaublichen finanziellen Effort». Jetzt, wo dieser Effort geleistet ist, gehe es auch darum, mehr Aufträge an Bord zu holen. Die Geschäftsleitung überlegt, in Zukunft tagsüber wie auch nachts zwei Einsatzteams bereitzustellen.

Ab Juni wird Hans-Peter Wyss diese Entscheidungen treffen. Wyss übernimmt die Betriebsleitung, während sich Belinda und Kurt Neeser aus dem operativen Geschäft zurückziehen.

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